Flugplatz finden aus der Luft

Forum - Pilotenausbildung (SPL)
  • Ist zwar schon alt der Artikel, egal. Es wird ja vielfach empfohlen mit Navi zu fliegen. Als Backup eine gute Idee. Das bedeutet aber auch, dass du das Navi ausschaltest. Ansonsten wirst du Navigieren nicht lernen und wenn dann das Navi spontan ausfällt, guckst du dumm. Navigieren ist anstrengend und am Anfang einfacher, wenn du zu zweit unterwegs bist auf dem rechten Sitz. Wenn ich mich vor Abflug mit der Strecke und dem Zielplatz nicht vertraut mache, geht es in die Hose und ich muss auf das Navi schauen. Navigieren und neue Plätze in der Luft finden zu lernen dauert verdammt lange mit viel Übung und kann man nach der Ausbildung in der Regel noch nicht und wird es nie können, wenn Navi benutzt wird. Ich halte von dem ganzen Elektroequipment immer weniger. Längt beim Fliegen ab, wie das Smartphone am PKW-Steuer. Du kannst auch die Strecke mit Umweg planen, z.B. entlang von Flüssen, Autobahnen, Eisenbahnstrecken, das ist einfacher und macht Spass. Dazwischen kannst du kurze Abschnitte nach Kompass einlegen, nicht länger als 10 Minuten und mit einfach zu erkennendem Endpunkt.

  • Cirrus schrieb:
    Längt beim Fliegen ab
    Also ich finde, dass das Navi ganz entscheidend dazu beitraegt, mehr Ressourcen fuer andere Dinge wie Luftraumbeobachtung zur Verfuegung zu haben. Ein kurzer Blick alle paar Minuten und man hat sofort ein komplettes Lagebild.

    Koppelnavigation mit Uhr und Finger auf der Karte, DAS lenkt ab!


    Chris

  • Hallo,

    >
    >  Längt beim Fliegen ab, wie das Smartphone am PKW-Steuer.
    >

    das ist Mumpitz, denke ich...

    Ein Navi-System (wenn man gelernt hat, es gescheit und effektiv einzusetzen)
    ist im Flieger eine extrem gute Hilfe um in ganz kurzer Zeit ein sehr gutes Situations-
    bewustsein zu bekommen und dann viel Zeit für Luftraumbeobachtung
    und das Fliegen selbst zu haben.

    Eine gedruckte Karte ist mit ihrem Kauf bereits veraltet, kann nicht zwischen
    aktiven und nicht aktiven Lufträumen unterscheiden, zeigt kein Wetter und
    noch viel wichtiger, sie zeigt keine aktuellen NOTAMS an.

    Fliege ich nur "um den Pudding", dann brauche ich nichmal eine Karte.

    Versuche ich mich im Rhein-Main- oder im Rhurgebiet um/unter/durch
    die CTRs / Cs / Ds / TMZ /RMZs zu schaukeln, dann ist das ohne GPS
    eine Aufgabe, die mich gefährlich lange mit meiner Aufmerksamkeit
    an eine Papierkrte, eine Uhr und einen Wackelkompas bindet!

    Die Papierkarte lenkt ab und wird u.U. gefährlich.

    Navigieren "mit der Karte" sollte man können und es macht auch Spass
    aber wiklich sinnvoll ist es nicht (mehr).

    Zuverlässigkeit:
    Ich habe bisher einen einzigen echten GPS-Positionsfehler
    erlebt - das war vor ca 15 Jahren mit einem Garmin Pilot III,
    welches ca 20NM westlich von Worms für etwa 2-3 Minuten
    eine falsche Position und Höhe angezeigt hat.

    Dann kenne ich bei Tablets noch GPS Drop-Outs, die dann aber
    immer nur etwa 3-4 Sekunden dauerten und danach war alles wieder im Lot.
    Diese Drop-Outs habe ich bisher etwa 4-5 mal erlebt. Das war irgendwo
    in Süddeutschland und einmal südlich von Barcelona irgendwo über
    dem Mittelmeer.
    Ein GARMIN Backup Gerät lief dabei gleichzeitig immer konstant durch.

    Alles in Allem sehr zuverlässig, einfach, sicher und schnell würde ich sagen.
    Kein Vergleich zu einer Papierkarte :-))


    BlueSky9

  • Eine Karte bekommen die Gören auf dem vorderen Sitz zum "franzen", dann haben die was zu tun und langweilen sich nicht, sagen mir den Kurs an und fühlen sich wie der Käpt′n, der seinem Steuermann die Befehle erteilt.

    Die aktuellen Karten stecken bei mir in der Seitentasche und ab und zu mal ′n Blick auf′s Navi reicht mir. Ansonsten wird in erster Linie rausgekuckt. Und wenn das Navi mal versagt, dann weiß man in den meisten Fällen noch wo die ungefäre letzte Position war und wenn alle Stricke reißen, geht man tiefer und liest die Autobahnschilder...

    Okay in der Nähe einer Kontrollzone kann′s haarig werden aber auch da weiß man i.d.R. noch wo die liegt und dann ändert man seinen Kurs und die Höhe eben in den sichereren Bereich.

    Gruß Lucky

  • Cirrus schrieb:
    Längt beim Fliegen ab, wie das Smartphone am PKW-Steuer. Du kannst auch die Strecke mit Umweg planen, z.B. entlang von Flüssen, Autobahnen, Eisenbahnstrecken, das ist einfacher und macht Spass. Dazwischen kannst du kurze Abschnitte nach Kompass einlegen, nicht länger als 10 Minuten und mit einfach zu erkennendem Endpunkt.
    Na dann mal im Ruhrgebiet oder Frankreich viel Spaß,dauerend auf dier Karte schauen lenkt natürlich nicht ab.

    Du hast Du den 1. Preis der Navigatoren, eine goldene Icao-Karte, gewonnen.

  • BlueSky9 schrieb:
    noch viel wichtiger, sie zeigt keine aktuellen NOTAMS an.
    es muss natürlich heissen "..lenkt vom Fliegen ab", ich war noch nicht wach.

    Also ich studiere die relevanten NOTAMS vorher und nicht erst in der Luft. Und dann markiere ich die Bereiche rot in der "gefährlichen" Papierkarte. Ich weiss aber, was du meinst. Es besteht die Gefahr, wenn du allein fliegst, zu lange mit der Karte zu hantieren. Es ist viel bequemer, einfach der Linie auf dem Navi zu folgen. Dabei muss man gar nicht so viel auf die Karte gucken. Wenn ich nach Kompass einen Streckenabschnitt fliege, gucke ich nur auf den Kompass und gelegentlich auf die Uhr. Wenn ich nach Leitlinien fliege, brauche ich gar nicht mehr weggucken. Es hat schon seinen Sinn, dass er oben angebracht ist und man nicht ständig nach unten schauen muss. Naja, ich fliege auch nur bei hohen Sichtweiten und bereite mich vor. Also einfach einsteigen und losfliegen geht nur mit Navi, gebe ich zu.  Ich denke aber, dass jemand nach der Ausbildung besser ohne Navi richtig navigieren lernt, bevor er das als reine backup-Lösung mitnimmt. Dann ist das Fliegen nach Karte auch nicht gefährlicher.

  • Postbote schrieb:
    Na dann mal im Ruhrgebiet oder Frankreich viel Spaß
    Ruhrgebiet war ich schon ein paar mal. Habe mich an den Autobahnen entlang gehangelt. Klar, wer noch mit Papierkarten operiert ist etwas eingeschränkt beim Fliegen. Frankreich kenne ich nicht. Da soll es aber viele Plätze geben, die ich unkompliziert auch in der Woche anfliegen kann. Also mehr Spaßfaktor. Ideal ist natürlich, wenn im Navi die anderen Flugzeuge und Hindernisse auf einem großen Display auch alle angezeigt werden. Das macht es sicherer beim Ausweichen. Wenn dann noch ein Warnsignal bei Kollisionsgefahr abgegeben wird, ist das Navi schon eine feine Sache. -ironie aus-  Das ist der Trend der Entwicklung, bin ich mir sicher. Die goldene ICAO-Sonderedition ohne Luftraumaufdruck nehme ich gerne. ;-)
  • Hallo,

    >
    > Also einfach einsteigen und losfliegen geht nur mit Navi,
    >

    Du erweckst hier den Eindruck, wer mit Navi fliegt, der
    "steigt einfach ein und fliegt los".

    Dem will ich hier entschieden widersprechen!

    Ich bereite meine Flüge sehr penibel vor!
    Ich checke die  (elektronischen) AIPs & Anflugkarten vorher.
    Ich plane meine Routen sehr genau und checke
    auch die NOTAMs und AIP SUPs schon vorher und ganz
    in Ruhe zuhause - je länger der Trip um so weiter wird
    vorraus geplant.

    Bei der Sorgfältigkeit der Flugvorbereitung gibt es überhaupt
    keinen Unterschied zweischen "Papier" oder "Digital".


    Lediglich _im_ Flieger schaue ich nicht auf ein Blatt Papier
    sondern auf eine digitale Karte mit Strich, NOTAMs, Wetter,
    aktiven Lufträumen und meiner aktuellen Position drinnen.
    Nebenbei habe ich W&B korrekt, sehe meine GS korrigierte
    ETA und habe eine GS korrigierte Sprit/Flugzeitenrechnung.

    Heutzutage noch mit einer Paiperkarte zu navigieren ist in etwa
    so sinnvoll, wie ein Flugzeug noch mit Baumwollstoff zu bespannen  ;-))
    (ist zwar irgendwie cool, aber wenig Zeitgemäß, würde ich sagen :)


    BlueSky9

  • Moin,

    für viele Jahre waren Karte und Kompass die einzigen verlässlichen Komponenten, um zu navigieren. Leider hat sich die Zeit gewandelt und vor allem auch die Lufträume sind deutlich komplexer geworden. Ich fliege ausser auf Lokalflügen immer mit FIS, und beinahe jedes Mal bekommt einer Mecker, weil er irgendwo reingesemmelt ist, wo er nicht sein sollte ( zur AERO 18 war einer mal eben tiefentspannt durch den Anflugsektor von EDDS geballert und war sich noch nicht mal bewusst, was er gerade getan hat ).

    Die Karte ist ein rudimentäres Fallback, falls mit dem Navi irgendwas nicht stimmt. Jeder, der mit Navi fliegt, braucht einen Plan B, wenn es mal hakt. Mit der Karte ebenso. Aber um Frankfurt herumzufliegen ohne Vorbereitung nach Karte und Kompass ohne die Gegend zu kennen ist sportlich. Mein Fallback neben der Karte mit dem Strich, einem Instrument, das sowohl Track als auch Bearing anzeigen kann ist FIS. Wenn meine Navigation nicht stimmt, frage ich bei FIS, die können zumindest verhindern, das ich im Anflugsektor von EDDF oder so auftauche. Ansonsten nimmt moderne Navigation so viel Stress aus dem Fliegen, vor allem zu Plätzen, die man noch nicht kennt, das ich ohne diese Hilfe vermutlich deutlich weniger Spaß hätte. Auch die Vorbereitung mittels Skydemon etc ist so einfach und umfangreich, das auch auf die schnelle fundiert geplant werden kann. Bei den dicken Fliegern läuft es nicht besser als mit meinem Heimsetup. Deswegen halte ich es ähnlich wie BlueSky...

    Raller

  • Mr. Lucky schrieb:
    dann weiß man in den meisten Fällen noch wo die ungefäre letzte Position war
    Ich denke das ist der entscheidende Hinweis. Ich habe es so gelernt, dass ich immer weiss wo ich gerade bin (nicht nur meistens und ungefähr) so dass ich meine Position jederzeit in der Papierkarte finde. Dazu reicht es eben nicht, nur dem Strich im Navi nachzufliegen, was ja sehr einfach wäre, sondern die Position wird regelmäßig im Auge behalten.

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