Erst SPL, dann LAPL

Forum - Pilotenausbildung (SPL)
  • Ich kann es aus praktischer Erfahrung sicher sagen, dass nichts vom UL nach LAPL anerkannt wird. Keine Theorie und keine Praxis. Aber... außer der Theorie hat es echt Spaß gemacht.

    Die Interpretation des BMVI, dass keine UL-Erfahrung anerkannt werden kann ist meiner Meinung nach rechtlich nicht haltbar. Aber wer hat schon ein Interesse daran, das vor Gericht zu erstreiten.

    Ich finde aber auch eine Grundsatzentscheidung sollte man an den örtlichen Gegebenheiten festmachen. Was gibt es in der Region, wie sind die Konditionen, Vereine.. Schulen... der leicht Zugang zu Fluggeräten ist nachher entscheidend.
  • Schön wär′s. Lt. Herrn Lauter vom RP Tübingen gilt das ganze halt nur für Flugzeiten, die unter EASA anerkannten Bedingungen stattfinden, und damit wären UL explizit raus.
    Ich habe es schon fast befürchtet. Wie lautete das damalige Motto der EASA doch gleich? Ach ja, genau: "Alles soll einfacher werden...".

    Es ist schon ganz cool, dass sich die EASA (oder sagen wir in letzter Instanz die RPs) mehr oder weniger selbst verarscht, indem man damalige nationale Lizenzen, wie z.B. den PPL-N (der ja nur für Lfz mit max. MTOM von 750 kg galt) mal eben auf dem kurzen Dienstweg in eine LAPL(A) umschreibt, auf der anderen Seite aber der Meinung ist, alles nationale ausblenden zu müssen. Da fragt man sich doch hin und wieder, und das wohl zu Recht, ob die "Entscheider" noch alle Latten am Zaun haben?! Merken die eigentlich noch irgendwas?

    Wenn ich aber so recht überlege, kann ich deren Gedankengänge nachvollziehen:
    • Wir fliegen durch ganz andere Luft
    • Wir haben immer Sprengstoff dabei
    • Wir haben keine Ahnung, weil viel zu wenig Theorie
    • Wir können nicht funken, weil es nicht explizit auf einem "Lappen" steht
    • Wir wissen nie, wo wir sind, weil wir keinen Plan von VORs und/oder NDBs haben
    Aber wer hat schon ein Interesse daran, das vor Gericht zu erstreiten.
    Ich hätte daran großes Interesse, denke aber, dass das ein Punkt ist, an welchem die Verbände vielleicht mal eingreifen bzw. anfangen sollten. Ohne mit der Wimper zu zucken, setzt man einen LAPL-Inhaber, der ggf. ausschließlich Erfahrung auf einer 172 hat, nach nur einer Stunde Einweisung (rein rechtlich gesehen) in eine FK12 Comet und erwartet, dass er diese sauber auf die Piste setzt. Ein SPL-Inhaber kann rückwärts gesehen jedoch gar nichts und steigt von seiner FK12 Comet vermutlich in die 172 und fragt: "Hää, wieso hat′n die ′n Lenkrad? Fliegt die nicht?"...
  • Legt nicht die Flugschule fest wie viele Stunden mir beim LAPL erlassen werden? Bisher kenne ich nur die FCL.110.A:

    "Bei Bewerbern, die bereits Erfahrung als PIC besitzen, kann eine Anrechnung auf die Anforderungen für eine praktische Prüfung erfolgen. Der Umfang der Erleichterungen wird von der Ausbildungeinrichtung auf der Grundlage eines Vorab-Testfluges festgelegt, darf aber in keinem Falle: die Gesamtflugzeit als PIC überschreiten, 50 % der Mindestausbildungsstunden überschreiten und muss zwingend die geforderte Alleinflugzeit nebst Überlandflug beinhalten."

    Für mich heißt das: Mindestens 15 Stunden Ausbildung auf E-Klasse + 6 Stunden Alleinflug wo auch die 150km Strecke geflogen werden. Ob mir wirklich 50% der Stunden erlassen werden sei mal dahin gestellt, hängt sowieso von tausend Faktoren ab, aber letztlich entscheidet das doch die Flugschule. Muss hier was vom RP abgesegnet werden? Die können doch am wenigstens meine fliegerische Leistung beurteilen..
  • Muss hier was vom RP abgesegnet werden? Die können doch am wenigstens meine fliegerische Leistung beurteilen..
    Das ist doch das Problem. Laut RP hast Du keine fliegerische Leistung bzw. Vorerfahrung, weil Du aus deren Sicht nie als PIC unterwegs warst*. Zwar als UL Pilot, der ebenfalls verantwortlicher Luftfahrzeugführer ist, aber das zählt halt nicht.

    *Natürlich warst Du das, weil UL-Piloten in Gesetzestexten genauso verantwortliche Luftfahrzeugführer (also PIC) sind, wie alle anderen Piloten auch. Nur scheint es die RPs nicht sonderlich zu interessieren. Wir werden da eher wie Außerirdische behandelt. Vor dem Gesetz sind wohl doch nicht alle gleich. Wenn es allerdings darum geht Schuldige zu finden (bei Haftungsfragen o.ä.), ist das wieder etwas anderes :)
  • Vielleicht weisst jemand wie sich die Einführung des LAPL auf die Echo Fliegerei ausgewirkt hat. Sind die Schülerzahlen bzw. Anzahl Lizenzen gestiegen? Wie sieht es aus mit der Zulassungen in der Echo Klasse? Ich kann nicht verstehen warum sich die Echolobby nicht für die Anerkennung von UL Stunden einsetzt. Erkennen die nicht das Potenzial in Bezug auf die möglichen Umsteiger? 
  • Da liegt der Hund begraben. Die kommerziellen Echoschulen haben gute Lobbyarbeit geleistet.
    bb
    hei
  • Sukram: fliegerisch und logisch nicht nachzuvollziehen, nein. Die EASA baut ja gerade an den Änderungen, das kommt alles nicht gleichzeitig. Aber wegen der Lobbyarbeit dürfen wir uns beim DAeC beschweren, der in diese Richtung relaiv wenig tut. Die Vertretung der Fliegerei ist mittlerweile die AOPA (Jeder sollte dort Mitglied werden!), und soweit ich weiß, haben die den Punkt auch auf dem Schirm.  

    Sobald das ganze vernünftig geregelt ist, kann man wieder dazu übergehen zu sagen, im Zweifel erstmal günstig mit einem UL einzusteigen und dann ggfs von da aus den LAPL oder PPL zu erwerben, wenn die Family oder Freunde mehr gefallen gefunden haben. Aber heute ist das has halt nur teuer, wenn man nicht genau weiß, daß man beim UL bleiben will. Find′ ich auch mist, aber man darf Fluginteressenten ja nicht mit "So hätte ich es gerne", sondern mit "So isses" beraten. Ich kann daran derzeit leider nichts ändern, ich kann nur beschreiben wie es rechtlich aussieht, was ich aus der Praxis kenne, und daß ich denke, daß die Trennung zwischen D-M und D-E in den Köpfen einiger stärker ist, als auf dem Papier. An der Durchlässigkeit "von unten nach oben" (bezogen auf die Abflugmasse) muß dringend gearbeitet werden, daran besteht kein Zweifel! Nur Flugneulinge mit einer fast schon phobischen Meinung gegen alles, was kein D-M auf dem Rumpf hat Unwahrheiten zu erzählen, finde ich gelinde gesagt sch...lechten Stil. Das bist jetzt offensichtlich ncuht Du, sukram, aber Du weißt wohl, von wem ich spreche. 
  • @sukram
    Tatsache, habe mal meine favorisierte ATO angerufen und gefragt. Genau so wie du sagst. RP (Thüringen) erkennt es nicht an, nur EASA/ICAO Konforme Lizenzen. Bedeutet für mich: Komplette LAPL Ausbildung neu machen. 

    Jo, das Thema hat sich dann erstmal erledigt. Das Geld verfliege ich lieber auf C42 und Eurostar. 
  • Jo, das Thema hat sich dann erstmal erledigt. Das Geld verfliege ich lieber auf C42 und Eurostar.
    Um wieder auf die Einstiegsfrage zu kommen. 
    Wie würdest du denn jetzt vorgehen, bzw. welchen Schein würdest du als erstes anstreben?

    Ralf
  • Die kommerziellen Echoschulen haben gute Lobbyarbeit geleistet.
    Heißt im Umkehrschluss für UL-Flugschulen und unsere Verbände ... :-)

    Sobald das ganze vernünftig geregelt ist, kann man wieder dazu übergehen zu sagen, im Zweifel erstmal günstig mit einem UL einzusteigen und dann ggfs von da aus den LAPL oder PPL zu erwerben
    Ja, "sobald". Aktuell heißt es als Neulizenzer den günstigst verfügbaren LAPL zu machen. Ich sehe den LAPL in der aktuellen Form als "Stänkerschein" gegen den SPL :-)

    Bye Thomas
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