Instrumentenflugtaugliche Installationen in ULs

Forum - Technik & Flugzeuge
  • Blöd ist nur, dass man sich hin und wieder zu einer nicht ganz so cleveren Idee hinreissen läßt.

    Sei es der Flug von der Nordseeinsel zurück, weil man am nächsten Tag arbeiten muss, die letzte Fähre weg ist oder was auch immer.

  • 924 hat es auf den Punkt gebracht. Das Wissen um die korrekte Bedienung ist das eine, die Psyche ein ganz anderes Thema. Ich habe auch einen künstl. Horizont in meiner Mühle und behaupte mal das ich durch etliche Flugsimulatorstunden (MS Flightsim) geübt bin den Instrumenten zu vertrauen.

    Der markante Unterschied dort ist aber das ich bei einem Fehler die Reset Taste drücke und von vorne Anfange.

    Da sitze ich nicht drin...

    Ich bin auch schonmal bei leicht beginnendem Seenebel geflogen und obwohl es nur 2-3 Sekunden waren, war das Gefühl nicht gut. Aber der Blick ging sofort auf Vario, Horizont, Kompass und Speed.

    Wir haben es nicht gelernt und es ist auch nicht zielführend! 
  • Der FlightSim ist absolut kein Vergleich zur Realität - keine Frage - aber genau diese Erfahrung blind in die Instrumente schauen und vertrauen zu können und dann auch entgegen dem Gefühl einen Kurs gerade zu halten, das schätze ich meiner jahrzehntelanger FlightSim Zeit ebenfalls an und dieses hat mich in einer vergleichbaren Situation wenn nicht gerade gerettet, dann doch zumindest ruhiger und gefasster gemacht.

    Generell heisst es - egal wie auch immer man in solche Situationen hineingekommen ist - keine hektischen Ruderbewegungen, Instrumente beobachten, den eigenen Gleichgewichtssinn ignorieren. Im Zweifel den Flieger einfach fliegen lassen und nicht versuchen gegenzusteuern.
  • Setzt Euch zu zweit in die Mühle. Einer zieht sich das Käppy so weit auf die Nase, dass nur noch die Instrumente zu sehen sind. Dann hat man bei gutem Wetter zwar noch die reinscheinende Außenreferenz (Licht = oben, Dunkel = unten) und es gibt auch nicht die im Mist manchmal aufkommende Turbolenz, aber es ist schon einmal ein guter Vorgeschmack, was einen erwarten kann.  
  • Gas weg, Vorwärmung ziehen und sinken oder den Gesetzestext hervorkramen und unter Beachtung der Vorschriften untergehen ?


    Ich würde auf gar keinen Fall anfangen zu sinken. Gerade wenn Du nicht weißt, wie hoch die Untergrenze letztlich wirklich ist. Und bei hohen Untergrenzen gibt es nicht viele Argumente für einen Flug "zwischen den Layern". In so einem Fall FIS oder ATC rufen und runterlotsen lassen, wo man sicher sein kann, kein Windrad oder keine Antenne zu treffen. Im Notfall fliegen die Regeln aus dem Fenster, das ist klar. 


    Ändert aber nichts daran, daß man für IFR ein CS-23 oder CS-25 zugelassenes Flugzeug braucht (LSA und VLA sind beschränkt auf VFR-Tag). Wolkenflug kann man noch mit einem Segelflugzeug machen. Das war′s dann aber auch schon so ziemlich. 


    Achja: IFR fliegen ist weitaus mehr als die Fläche in Wolken gerade zu halten, oder eine Kurve zu fliegen. 
  • Genau das mit dem Sinken ist das Problem. Instinktiv will man wieder Bodensicht bekommen. Das verleitet auch nach draußen in die Suppe zu schauen. Aber da ist kein Boden. Die Wolke war unerwartet dicker.   Dann wieder auf die Instrumente schauen. Da es oft in der Wolke wackelt, findet man sich in Schräglage wieder. Jetzt der Versuch wieder auszugleichen. Dann kommt das Adrenalin. Zusammen reißen. Nur Instrumente ( hat man in UL Forum mal gehört) 
    Das Problem ist, dass durch den Stress es passiert das vieles beachtet ( Navi, Kurs, Horizont) aber z B  das Vario vergessen wird. Jetzt geht es rasend schnell. Plötzlich Strömungsabriss und warum heult denn der Motor so auf ? 
    Ein erfahrener Pilot hat in dieser Situation das Rettungssystem betätig und blieb unverletzt. 
    Auch das Problem mit der Navigation besteht. Man glaubt fest an einem bestimmten Punkt zu sein.  Dabei ist man schon weiter oder noch Meilenweit entfernt.   (gibt es  auch beim Autofahren im Nebel) . 
    Der Work Load ist für einen ungeübten IFR Piloten ist so hoch, dass es zu den tragischen Abstürzen kommt. 
    Z B . Brocken
  • Der Work Load ist für einen ungeübten IFR Piloten ist so hoch, dass es zu den tragischen Abstürzen kommt.
    Ja da kommen unheimlich viele Dinge zusammen:
    - Flugzeug unter Kontrolle halten/Vertigo
    - Navigation
    - Schrechfunk
    - Das Wissen, dass es genau JETZT um mein nacktes Ueberleben geht
    -...

    Nein, muss ich nicht haben und daher versuche ich alles in meiner Macht stehende, Einflug in IMC zu vermeiden, auch wenn mein Flieger recht gut ausgeruestet ist (Horizont, Autopilot).


    Chris
  • @QDM: meinst du den Absturz am Brocken einer Cessna im April? Na, ich würde eher sagen klassischer Unfall im Reiseflug. Der Flieger war VFR auf Strecke von Rügen nach Reichelsheim bei allerfeinstem Wetter. Nur um den Brocken wars dicht. Spekulation: das Fliegersetting war perfekt auf die Reiseflughöhe eingestellt, der Autopilot mit einem "direct to" & "Alt Hold" aktiv und keiner der Insassen hat einen Gedanken daran verloren, mal auf die Karte zu schauen. Das geht dann auch ohne IR - aber vielleicht nur einmal.
    Aareb
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