Hände weg vom Propeller?

Forum - Technik & Flugzeuge
  • Guten Morgen zusammen, 

    erst einmal danke für Eure Antworten.

    Laut Betriebshandbuch ist das Propellerdrehen beim Rotax 912, um den es in meinem Fall geht, bei zwei Überprüfungen erforderlich:

    Kontrolle der mech. Komponenten:
    Luftschraube mehrmals von Hand in Motordrehrichtung durchdrehen. Dabei feststellen, ob irgendwelche abnormalen Geräusche oder Schwergängigkeit am Motor auftreten und regelmäßige Kompression vorhanden ist.  


    Und auch:

    Betriebsmittel:
    Der Motor ist einige Umdrehungen von Hand am Propeller in Motordrehrichtung zu drehen, um das Öl vom Motor in den Tank zu pumpen. (...)


    Ich wollte vor allem wissen, ob es da eventuell neue Erkenntnisse gibt, die dort noch nicht berücksichtigt werden z.B.?!

    Bevor ich meine Hand an den Propeller lege, checke ich immer (!), ob die Zündung auch aus ist... Das ist Teil der Routine und das ist auf jeden Fall auch gut so! :))

    LG
    Marie
  • Marie,

    so lange Rotax keine Veränderung veröffentlicht würde ich genau so verfahren. 

    LG

    Dirk
  • Moin,
    bei uns im Verein wird geraten, die Magnetkeise nicht nur vor dem Start, sondern auch nach der Landung kurz vor dem Abstellen des Motors nochmal zu prüfen. So stellt man sicher, das die Kurzschlussschaltung sich nicht während des Fluges los gerappelt hat und die Gefahr besteht, das der Motor beim Drehen des Propellers plötzlich anspringt. Gilt allerdings hauptsächlich für die Lycomings
    Achim
  • ...wer den Propeller beim Rotax beim Ölpumpen so schnell dreht, dass er anspringen könnte, der hat das Prinzip nicht verstanden.

    Wer kann denn noch kurz erklären, warum der Prop beim Rotax nicht gegen die Laufrichtung gedreht werden darf?

    Gruß,

    Volker

  • Volker-P schrieb:
    Wer kann denn noch kurz erklären, warum der Prop beim Rotax nicht gegen die Laufrichtung gedreht werden darf?
    Es hieß, dass dabei die Gefahr bestünde, dass auf diese Weise Luft in das Ölsystem gelangen könnte, welche ihrerseits wiederum zur Beinträchtigung der Schmierung aber auch zu Funktionstörungen der Hydrostößel führen könnte.
    Allerdings wurden die entsprechenden SIs schon vor geraumer Zeit aufgehoben und als Anweisung zur Ölstandskontrolle ins Wartungshandbuch integriert, wo von dieser Gefahr aber keine Rede mehr ist*. Ein Hinweis, dass der Motor bei geöffnetem Ölsystem (Ölwechsel) aus diesem Grund überhaupt nicht gedreht werden darf, ist aber nach wie vor vorhanden.

    Michael

    *) zumindest hab ich nix finden können.
  • Franz selbst begründete dies mal im Motorlehrgang damit, daß durch das gegensinnige Drehen der Freilauf den Anlasser mitnimmt und infolge dessen Schleifkohlen absplittern können.

    Gruß aus Köln
  • Wenn ich mich nicht schwer falsch erinnere, wurde in den Anfangsjahren noch empfohlen, den Rotax gegen die Drehrichtung durchzudrehen.  Irgendwann kam dann die Order, dass ab jetzt genau anders herum zu verfahren sei. 
    Begründung war damals, dass das Rückwärtsdrehen irgendwelche Teile der Ölpumpe beschädigen könnte.  Später hieß es dann, dass beim Rückwärtsdrehen Luft ins Ölsystem kommen würde, wie FD oben bereits erklärt hat.  RPilots Erklärung mit den absplitternden Kohlen ist aber auch sehr plausibel. 

    Erstaunlich, dass es vorher schon Rotaxe gab, die mehrere tausend Stunden trotz chronischer Falschbehandlung überlebt haben. 
  • Hallo *,
    RPilot schreibt: Franz selbst begründete dies mal im Motorlehrgang damit, daß durch das gegensinnige Drehen der Freilauf den Anlasser mitnimmt und infolge dessen Schleifkohlen absplittern können.
    Ende Zitat

    Und das kann man deutlich hören; an beiden Vereinsmaschinen (jeweils 100 PS). Ist uns am letzten Wochenende aufgefallen.


    Mit freundlichen Grüssen
    Bernhard
  • Beim 912 dreh ich auch immer bis es gluckert, um anschließend den Ölstand zu prüfen. Beim großen Lycoming erspare ich mir das Drehen. Im Zweifel würd ich in das Handbuch schauen. Dort sollte drin stehen, was dem Motor gut tun und was nicht.
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