Chris_EDNC schrieb:Wenn ich eine Reparatur mache, mache ich sie sachgerecht. Der Aufwand ist geringfügig bis überhaupt nicht größer, das Ergebnis aber bekanntermassen dauerhaft.
Kannst du das bitte kurz umreissen?
Und da hat Matte und Polyester schon mal an einem Flugzeug gar nichts zu suchen (wenn es keine Ruschmeyer ist). Genauso wie Silanschlichte. Oder noch schlimmer Matte mit Epoxid.
Und eine Faserreparatur wird richtig geschäftet und nicht irgendwie gedoppelt oder geplätzlit.
Ich habe übrigens kein Jute oder Hanfgewebe mit einer Köperwebung oder auch so einen feinen Webung gefunden und nach der sieht das Foto sehr aus. Ob es Aramid ist, wird man ja beim schäften sehen...
Ich habe zu lange Strukturmechanik im Faserverbundbau mit Betriebsfestigkeit gemacht, um davon abzurücken. Lohnt die Arbeit der Reparatur nicht, wenn man es dann nochmal machen muss.
Dabei ist es überlassen Verbesserungen einzubringen, wie zB ein Insert wo Schrauben ausgniedeln können. Aber die macht man da auch sachgerecht rein...
Das ist ziemlich sicher Aramid. Soviel Sonne haben die Fasern nicht gesehen. Die Farbe wäre ansonsten eher Goldbraun. Man hat sich für Aramid entschieden, weil die Schlagzähigkeit hoch ist und die Dichte gering, d.h. man erreicht mit weniger Gewicht eine höhere Stärke. Offensichtlich spielten Kosten eine geringere Rolle, denn ansonsten hätte man das Teil aus Glasgewebe hergestellt.
Wie Steffen_E schrieb, würde ich die Reparatur vernünftig vornehmen. Der Radschuh ist zwar unkritisch, aber wenn man es nicht richtig macht, wird man das Loch ständig wieder aufreissen. Auf keinem Fall nur wegen des kleinen Schadens tauschen. Das wäre teuer und umwelttechnisch nicht sinnvoll.
Aramidfasern sind wegen der hohen Zähigkeit etwas schwieriger zu schleifen, man kann sie aber bearbeiten und zwar ohne Schutzanzug. Wenn man eine Schleifoberflächen ohne ausgefransten Fasern benötigt, müssen die Fasern mit Harz fixiert und mit feinem Sandpapier (z.B. 400er) abgeschliffen werden.
Die Öffnung für die Schäftung muss aber nicht perfekt glatt sein. Es ist sogar vorteilhaft, wenn geringfügig Fasern abstehen, damit das Harz der Schäftung besser haften kann. Das Loch kann man getrost auch mit Glasgewebe reparieren. Wenn man sicher gehen möchte, kann man eine große verzinkte Unterlegscheibe einlaminieren.
Ich würde so vorgehen:
...wenn man von der Sache auch nur ein wenig versteht, stellt sich diese Frage eigentlich nicht. November Papa hat die perfekte Reparaturanweisung gegeben,
ein LTB macht das nicht anders.
Gruss Christian
Trial schrieb:Also gut, dann nehme ich Epohard 35 und Epoxidharz L5.
...wenn man von der Sache auch nur ein wenig versteht, stellt sich diese Frage eigentlich nicht.
Chris
Chris_EDNC schrieb:Ja, warum nicht. Es ist lt. "Hersteller" ein universelles Laminierharz. Für deine Zwecke ausreichend. Aber um dem Diskussionswahnsinn noch eins drauf zu setzen: Warum nimmst Du dann nicht gleich ein Epoxidharzsystem mit Luftfahrtzulassung (LBA)? Z.B. L385 und Härter 386. Kostet zwar doppelt so viel. Aber was soll der Geiz. R u G hat so viel, die müssen es verkaufen. - Ironie!!!!
Also gut, dann nehme ich Epohard 35 und Epoxidharz L5.
Jetzt im ernst: lass dich nicht verrückt machen. So ein Radschuh ist keine Rakentenwissenschaft. Noch dazu ist es ein untergeordnetes Bauteil eines UL. Und wenn ich und andere sagen "mach es einfach" dann heißt das nicht dass es nicht ordentlich gemacht werden soll. Hier wird viel theoretisiert, Wissen verbreitet was allgemein bekannt ist und nur bedingt anwendbar ist.
Der Radschuh hat an der Reparaturstelle eine dünne Wandung, Was will man da groß anschäften. Und für alle Besserwisser. Wenn ich schreibe "was will man da groß anschäften" heißt das nicht dass man nicht anschäften soll. Schau dir die Flickfibel an. Dann überleg wie man an so einem dünnwandigen Bauteil das hin bekommt - mehr theoretisch als praktisch. Um es kurz zu machen - egal wieviel dünne Lagen du übereinander legst welche in ihren Durchmesser jeweils zunehmen - zum Schluss kommt innen noch ein großer dicker Flicken drauf. Das Bischen was das aufdoppelt ist nicht relevant.
Der Erfolg einer Reparatur hängt nicht zuerst vom Harz und Gewebe ab sondern von deinen handwerklichen Fähigkeiten. Sauber innen anschleifen (schäften), die äußere Sichtseite an dem Loch z.B. mit foliertem Karton überbrücken (mit doppelseitigem Klebeband fixieren - hält nicht nur den folierten Karton sondern verhindert auch dass Harz unterläuft und die Sichtseite unnötig versaut), von innen Laminieren mit bereits vorbereiteten Gewebestücken, Dann das Ganze großzügig mit einem stärkeren Gewebe verstärken.
Das wichtigste: Arbeitsplatz wählen der normal temperiert ist und wenn der worstcase passiert (Harzbecher kippt um) dass das kein Drama wird - Also nicht in der warmen Wohnzimmerstube arbeiten! Radschuh vor dem Laminieren so fixieren dass er nicht rumkullert, Harz und Härter genau anmischen. Ich habe für so eine Minireparatur eine kleine Goldwaage mit 10tel Gramm, gründlich rühren und für die Besserwisser: dann umfüllen in einen anderen Becher, Reparaturstelle gut entstauben (besser absaugen und nicht mehr mit Hand oder Finger an die angeschliffene Stelle fassen damit kein Fett dran kommt. Küchentücher, Einmalpinsel und vorbereitete Flicken bereitlegen. Mülleimer in der Nähe. Jeder falsche Tropfen, jede kleine Klebrigkeit an den Händen sofort mit Küchentuch beseitigen - sofort ab in den Mülleimer damit. Nach dem Laminieren kannt Du den Radschuh an einen warmen Ort bringen (bei mir im Heizraum - oder von mir aus auf deinen Wohnzimmertisch wo er bis zum aushärten nicht bewegt wird. Zur Kontrolle der Härtung den Becher mit Restharz daneben stellen. Daran sieht man ob die Mischung und Härtung passt. Und jetzt setze ich dem Wahnsinn noch eins drauf: Kleiner vorbereiteter Zettel mit Name und Datum am Rand des großen Flickens mit einlaminieren.
Die wirkliche Herausforderung kommt aber nach dem Laminieren und dem Loch bohren: äußerlich die Reparaturstelle unsichtbar zu machen. Geht wenn man weiss wie - vielleicht sprechen wir nach dem Laminieren darüber.
Wenn ich das alles hier so lese, dann frage ich mich, was ich machen würde. Ich bin Handwerksmeister.
Ergebnis der ganzen Aktion wäre bei mir aufgrund fehlender Sachkenntnis in diesem speziellen Handwerksbereich sicherlich ein deutlich gewachsener Erfahrungsschatz, allerdings mit einem vermutlich mittelmäßigen Ergebnis. Viele Stunden Bastelei in zu kalter Garage. Viele Reste von irgendwelchen Materialien, die ich nie mehr brauche, entsorgen muss und vorher bezahlen.
Ich würde also bei so einer schönen Maschine wie die CT (abgesehen von der kurzen Nase...) eine ist, bei der Herstellerfirma anfragen, was ein neuer Radschuh kostet, diesen dann bei einem marktfähigen Preis (Vergleich Zeit- und Materialaufwand und der Ergebnisqualität) vermutlich kaufen und mich dann über dieses neue und einwandfreie Teil freuen.
Thomas
GonzoFlieger schrieb:Genau, alles theoretisch. Ich mach das ja auch nicht schon seit 30 Jahren als Werkstattleiter FVK...
Hier wird viel theoretisiert, Wissen verbreitet was allgemein bekannt ist und nur bedingt anwendbar ist.
Macht mal ruhig wie ihr wollt. ich bleibe solange bei meinen "Theorien"
GonzoFlieger schrieb:ca 560 g/qm nennst Du dünne Wandung? na das nenn ich mal Praktiker...
Der Radschuh hat an der Reparaturstelle eine dünne Wandung, Was will man da groß anschäften.
Für die die es wirklich interessiert: an einem untergeordneten Bauteil wie einem Radschuh schäftet man nicht wegen der Festigkeit, sondern um sicherzustellen, dass die Grenze nicht anbricht und man nachher die Reparaturstelle im Lack sieht.
macht keinen echten Mehraufwand, gibt aber viel mehr Ergebnis...
Lt. RuG Laminatrechner:
Dazu braucht man aber keinen Rechner, die Erfahrung sagt dass 0,64 - geschenkt 0,8mm - nicht dick ist.
Und ganz im ernst, wenn man so 200g/m² Gewebe zum Reparieren nimmt kommen da schon 3 Lagen zusammen. Anscheinend meldet sich hier der einzige Werkstattleiter mit GFK Erfahrung im deutschsprachigen Raum. Vermutlich muss ich all die Jahre bei meinen GFK Arbeiten, auch Radschuhe und Rümpfe von Segelflugzeugen, was falsch gemacht haben.
Tarutino muß ich recht geben, wenn man all die Materialien erst kaufen muss und es das erste mal wäre eine solche Reparatur zu machen. Deshalb habe ich auch Anfangs geschrieben man nimmt was man gerade hat. Ich zumindest habe alles greifbar weil man das immer wieder mal braucht. Für den Anfang oder wenn man nichts greifbar hat einfach zu einem Kollegen/Bekannten/Freund gehen der das machen kann und ihm über die Schulter schauen.
Chris_EDNC schrieb:Und jetzt ein Tip aus der Praxis: Es geht auch einfacher. Ich scheide mir aus einer ca. 1,5mm GFK Platte (liegt bei mir immer was rum) eine Ronde aus (ca. 5 - 6 cm im Durchmesser, darf auch noch etwas größer sein, in der ich beidseits die Position des späteren Lochs mit schwarzem Marker markiert habe. Dann klebe ich mit Epoxydharz die Ronde innen auf genau die Position die das vorherige Loch hatte (natürlich vorher anschleifen). Innen fertig. Aussen ist das Loch ja sowieso ausgefranst - also beste Bedingungen für einen ansatzlosen Übergang. Also nach dem Aushärten der angeklebten Ronde aussen an der Sichtseite die Fehlstelle mit Harz (und Microballons - kannst auch weglassen die paar Gramm machen es auch nicht aus), füllen. Hat man noch ein bischen Weisspaste rumliegen dann färbt man das Harz damit ein. Hat man den Radschuh vorher schön fixiert, sodass die Fehlstelle waagerecht liegt, kann man das Loch nahezu flächig auffüllen- evtl ein bishen mehr. Die Vorsichtigen kleben rings um die Fehlstelle ab damit es keine unnötige Sauerei neben der Fehlstelle gibt. Von Innen kann man dann an der markierten Stelle das Loch nachbohren. Aussen bündig schleifen, ggf. nachlackieren.
Kann ich das mit Epoxyharz und Glasfasermatte ausbessern? Oder funktioniert das nicht?
Also kein Schäften. Die Fransen sind Halt genug. Man kann aus optischen Gründen die Ronde vor dem aufkleben aussen anfasen - sieht besser aus.
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