Untersuchungs (Zwischen) bericht zum Unfall bei EDXF

Forum - Allgemeines & Aktuelles
  • Hallo,

    ich kann die damalige Diskussion leider nicht finden. Jedenfalls ist zum Startunfall des Breezer (6.10.2013) jetzt ein Zwischenbericht erschienen. Die Spekulationen unter Fliegerkollegen damals gingen in Richtung "Motor im Startsteigflug verreckt, keine Chance". Aber der BfU-Bericht zeigt ein ganz anderes Bild. Unbegreiflich.

    http://www.bfu-web.de/DE/Publikationen/Bulletins/2013/Bulletin2013-10.pdf?__blob=publicationFile

    Ulf
  • Hallo!

    > Unbegreiflich.

    In der Tat!


    Ebenso wie:

    > Das Wrack wurde durch die BFU nachgewogen,
    > dabei wurde eine Masse von 325,9 kg ermittelt.

    Ich würde sagen: "Blei, made in Germany"

    Wer kauft so einen Mist??

    BlueSky9

    P.S.:
    Gegendarstellung:
    "Ich nehme alles zurück! Breezer baut ganz tolle leichte Ultraleicht-Flugzeuge"
  • Hallo,

    ich denk, die ganze Gewichtsdiskussion ist woanders schon zur genüge ausgewalzt.

    Mich macht das Training der Umkehrkurve unter 100m mit Passagier sprachlos. Klar, man sollte seine Maschine kennen. Man sollte die Umkehrkurve trainiert haben und wissen, wieviel Höhe dabei verbraten wird. Aber doch um Gotteswillen nicht in 80m Höhe mit Passagier. Ich komm nicht drüber weg.

    Ulf
  • ranger22 schrieb:
    Aber doch um Gotteswillen nicht in 80m Höhe mit Passagier

    Einen Passagier dem Risiko einer Umkehrkurve auszusetzen, ist sicher fragwürdig. Nichtsdestotrotz sollte es mit einem "richtigen" Ul und ausreichendem Trainingsstand des Piloten* auch bei 80m Höhe, und diese Angabe beruht im konkreten Fall schließlich nur auf Schätzungen von mehr oder weniger sachkundigen Zeugen, funktionieren.
    Aber eine Gesamtmasse von ca. 554 kg ( MTOW um mehr als 17% überschritten) bei nur 8 cm Differenz zwischen maximaler Vor- und Rücklage des Schwerpunkts macht die Beladung an sich schon zur Herausforderung und bei geringen Abweichungen Grenzflugzustände nur schwer oder eben gar nicht mehr beherrschbar.
    Und wenn man davon ausgeht, dasss die Leermasse bei der Wägung vom 11.06.2011 mit 319,8 kg korrekt angegeben und der Schwerpunkt im zulässigen Bereich war, bleibt die Frage, mit welchem Moment die zusätzlichen 6,1 kg ihre Wirkung auf die Schwerpunktlage entfaltet haben mögen.


    BlueSky9 schrieb:
    Ich würde sagen: "Blei, made in Germany"

    Das ist ja völliger Quatsch! Hier steht's doch schließlich!
     


    Michael


    *) "Im Flugbuch des Piloten wurden Vermerke über durchgeführte Notfallübungen nach dem Start im Alleinflug vorgefunden. Zeugen gaben an, dass der Pilot mit Hinweis auf das Flughandbuch, Kapitel Notverfahren mehrfach Startabbruchübungen in ca. 100 m Höhe durchgeführt hatte." (Zitat aus dem Zwischenbericht BFU 3X128-13 Dez. 2013)

  • FlyingDentist schrieb:
    ranger22 schrieb:
    Aber doch um Gotteswillen nicht in 80m Höhe mit Passagier

    Einen Passagier dem Risiko einer Umkehrkurve auszusetzen, ist sicher fragwürdig. Nichtsdestotrotz sollte es mit einem "richtigen" Ul und ausreichendem Trainingsstand des Piloten* auch bei 80m Höhe, und diese Angabe beruht im konkreten Fall schließlich nur auf Schätzungen von mehr oder weniger sachkundigen Zeugen, funktionieren.

    Ich halte 100m im Ernstfall fuer absolut zu wenig (erst recht voll beladen), sowas zu trainieren ist daher Kaese und fuert nur dazu, dass man es spaeter auch probiert, obwohl effektiv zu tief. Mein persoenliches Limit betraegt 1000ft, unter dieser Hoehe kehre ich nicht um.


    Chris



  • Und wenn die Schwerpunktlage wirklich so kritisch ist wie Micael schreibt, dann frage ich mich, wie sich ein Pilot da reinsetzen oder jemand so was kaufen kann.

    Ich habe meine Entscheidung für einen Flieger, der für eine Umkehrkurfe (voll beladen) max 250 ft braucht und bei dem der Schwerpunkt unabhängig von der Beladung immer im sicheren Bereich liegt, noch keinen Tag bereut.
  • centurianer schrieb:
    Es ist ja kaum zu glauben, wie unverschämt auf der Seite gelogen wird.

    Das man den Gewichtsangaben nicht glauben darf, ist uns ja allen klar. Aber da steht doch wirklich:

    "Wir sind stolz, dass bisher noch jede Werknummer im Einsatz ist."

    Ist das nicht der Gipfel der Pietätlosigkeit.

    Und wenn die Schwerpunktlage wirklich so kritisch ist wie Micael schreibt, dann frage ich mich, wie sich ein Pilot da reinsetzen oder jemand so was kaufen kann.

    Ich habe meine Entscheidung für einen Flieger, der für eine Umkehrkurfe (voll beladen) max 250 ft braucht und bei dem der Schwerpunkt unabhängig von der Beladung immer im sicheren Bereich liegt, noch keinen Tag bereut.



    Bist Du Dir sicher, daß Du nur 76 Meter Höhe für eine Umkehrkurve benötigst?

    Stefan
  • Postbote schrieb:
    Bist Du Dir sicher, daß Du nur 76 Meter Höhe für eine Umkehrkurve benötigst?
    Ergaenze die Frage noch um die Parameter Schrecksekunde und Stressfaktor, weil es jetzt ploetzlich um die Wurst geht.
    Und was noch hinzukommt: Ein im Leerlauf drehender Motor erzeugt einen gewissen Restschub, der bei Motorausfall auch noch weg faellt.
    Wer bei 250ft eine Umkehrkuve fliegt ist praktisch tot.

    Chris
  • Ich erinnere mal daran das alle Angaben im Handbuch auf das zulässige Gesamtgewicht bezogen sind. So auch die minimal Höhe bei einer Umkehrkurve. 
    Wie gut können Zeugen schätzen ob es 80, 100 oder 120m sind?
    Das ist ein weiterer Bericht der BFU wo das Gewicht einfach nur sachlich festgehalten wird. Zur Unfallursache gibt es in dem Fall keinen Rückschluss auf das Gewicht. Meiner bescheidenen Meinung nach falsch. Bei dem Gewicht hätte er wahrscheinlich 150m Höhe gebraucht und durfte nicht nach Handbuch verfahren. Daher Pilotenfehler , weil er das Übergewicht nicht in die Durchführung mit einbezogen hat sondern nach einem Handbuch verfahren ist was für diesen Flug keine Gültigkeit besessen hat. Ich lasse mal weg ob er überhaupt fliegen durfte, aber dann wären ja  kaum noch Leute zu zweit in die Luft. Man sollte sich aber zumindest über die veränderten Performancedaten im Klaren sein.

    Frohes Fest.
  • Wenn das Gelände vor einem landbar ist, wird keine Umkehrkurve geflogen. So einfach ist das. 
    Abgesehen von dem immensen Höhenverlust kommt noch die Erhöhung der Mindestfahrt durch Rückenwind dazu.
    Je nach Windstärke ist da sehr schnell Schluss mit Lustig da ich, um die Fahrt überhaupt zu erreichen, noch zusätzl. nachdrucken muß. Ein mittelmässig geübter Pilot wird da schnell unter so Stress geraten das Fehler vorprogrammiert sind. Bestenfalls würde ich persönlich noch, wenn voraus unlandbar, seitlich ausweichen mit max 90°. Das wäre aber schon die grenze!

    Lieber Karre kaputt als ich! Das Blech ist es nicht wert!

    Und was diese Gewichtsdiskussion wieder anbelangt, alle Blechflieger in dieser Grösse dürften sich in ähnlichen Bereichen bewegen. Schockt mich nicht.
Jetzt anmelden

Passwort vergessen

Umfrage Archiv

Plant ihr, einen Autopiloten in eurem UL zu installieren?

Nein
54.1 %
Ja
45.9 %
Stimmen: 205 | Diskussion
Anzeige: Roland Aircraft
Statistik Alle Mitglieder

Aktuell sind 18 Besucher online.

Anzeige: EasyVFR