Das Editorial habe ich nun auch gelesen.
Dass Jo Konrad nicht sagen kann, wie nun letztendlich die 560 kg in den Annex II kamen, nehm ich ihm ab. Niemand weiß schließlich so recht, wie die EU-Verordnungen in letzter Konsequenz zustande kommen.
Weiter gibt er zu, dass er vor einem Jahr mit Jörg Seewald beim BMVBS vorstellig wurde, weil (Tragschrauber?)Hersteller ihn bedrängt haben sollen, deren Marktzugangshindernis (450 kg??) zu beseitigen.
Eine klärende Erläuterung, was dieses ominöse Marktzugangshindernis aber eigentlich sein soll, bleibt Jo Konrad in Gänze schuldig. Und der Satz, "Und für die Dreiachser gibt ja nun die LSA" soll wohl ein Witz sein!
Insofern schließe ich mich der berechtigten Frage von DMSSS an.
Michael
Warten wir doch einfach ab, wie das mit den Tragschraubern nun weiter geht: Als erstes bin ich gespannt darauf, wie die 560 kg Gyros aussehen werden. Wir werden sehen, ob diese so schwer sind, dass auch die 560 kg nicht reichen, ob also das Argument der unendlichen Gewischtsschraube zutreffen wird. Und als nächstes stelle ich mir die etwas bizarre Situation vor, eines fröhlich grinsenden Tragschrauberpiloten, vollgetankt bis unter′s Dach, mit seinem mitteleuropäisch durchschnittlich gewichtigem Copiloten, neben dem 3-Achs-Piloten, der seinem Passagier klar machen muss, dass der Flug aus gesetzlichen Gewichtsgründen unmöglich ist? Als nächstes wird die Marktsituation im Wettbewerb zwischen 3-Achs und Tragschrauberherstellern derart verzerrt, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass das alle Hersteller überleben werden. Das einzige, was den marktführenden 3-Achs Herstellern heute bleibt ist die EASA-Zertifizierung und dies scheint ein extrem Zeit- und Kostenaufwändiger Prozess zu sein, was schliesslich auch an den UL-Kosten hängen bleibt. "Die EASA und das Europäische Parlament sträuben sich gegen eine Gewichtserhöhung bei den ULs wie der Teufel das Weihwasser...", schreibt Jo Konrad im Editorial. Klar, bisher gab es dazu weder die Notwendigkeit, noch den nötigen Druck. Aber das kann sich ganz schnell ändern, je mehr Länder den Punkt f) umsetzen. Auf jeden Fall ist durch die Tragschrauber etwas Bewegung in die festgefahrene Situation gekommen und die wird sich genauso wenig aufhalten lassen wie der Fluss des Rheins.
Gruß - Rüdiger
FlyingDentist schrieb:Ich finde das nicht ominös, weil ich von folgendem ausgehe:Eine klärende Erläuterung, was dieses ominöse Marktzugangshindernis aber eigentlich sein soll, bleibt Jo Konrad in Gänze schuldig.
Gibt es zu der für alle UL-ler hoch interessanten Diskussion
um ein gerechter- und wünschenswerterweise ebenso hohes MTOW wie bei den Gyros mit
neuerdings 560 kg wirklich seit über 4 Wochen keine neue Stimme im Forum? Auch
nicht von den Verbänden oder von Versicherungsexperten? Mir ist ein Fall
bekannt, wo die Vollkaskoversicherung nach einem an sich eintrittspflichtigen
Unfall die Kostenerstattung versagte, weil das UL mit zwei Personen an Bord mit
einigen Kilos über 472,5 lag.
Und etwas bei UL-Kollegen herumgehört stellte sich heraus,
dass eigentlich jeder mit 2 Personen und vollem Tank im UL sich eine Kaskoversicherung
sparen kann, weil die im Falle eines Schadens eh nicht zahlt, von weiteren
Haftungsgründen ganz abgesehen. Insofern wäre es aus meiner Sicht dringend
notwendig, durch ähnliche Erhöhung der MTOW wie jetzt bei den Gyros die
zugelassenen ULs - und vor allem auch die der UL-Flugschulen - aus der versicherungs- und haftungsrechtlichen
Illegalität herauszubekommen. Zumindest sollte jedem das Risiko klar gemacht
werden und dass er, wie mir mein Rechtsanwalt neulich dazu erklärte, eigentlich
nur ein einsitziges Fluggerät nutzt.
D-MULI
D-MULI schrieb:Wow, endlich mal neue Fakten und Argumente!Gibt es zu der für alle UL-ler hoch interessanten Diskussion
um ein gerechter- und wünschenswerterweise ebenso hohes MTOW wie bei den Gyros mit
neuerdings 560 kg wirklich seit über 4 Wochen keine neue Stimme im Forum?
Ich verstehe das auch nicht, denn die Tragschrauber 560 Kg ist doch eine Steilvorlage die ULs auch auf dieses Gewicht anzugleichen. Warum prozessieren da nicht die Verbände? Warum stimmen Sie sich nicht mit den Nachbarländern ab ? Es muß doch noch Recht und Sachverstand in einem Rechtsstaat möglich sein . Gegen Unsinn und Willkür der Behörden ist bei entsprechendem Druck immer ein Lösungsweg möglich.
Wer, das heißt konkret welche Person ( Partei ?) ist es denn, die sich gegen die Auflastung sperrt ?
Wenn DULV und DAEC die Interessen der ULer nicht vertreten wollen (weil Sie vielleicht sich lieber zur interessanteren LSA Klasse hingezogen fühlen) muß es vielleicht eine neue Vertretung tun die die wirklichen UL- Intersessen vertritt.
472,5 ist Geschichte, wird Zeit das wieder Sachverstand und Fortschritt übernehmen.
DeltaMike: Wer, das heißt konkret welche Person ( Partei ?) ist es denn, die sich gegen die Auflastung sperrt ?
Steht doch im Editorial von Jo Konrad (DULV) drin: Herr Schiller, BMVBS.
DeltaMike: Wenn
DULV und DAEC die Interessen der ULer nicht vertreten wollen (weil Sie
vielleicht sich lieber zur interessanteren LSA Klasse hingezogen fühlen)
muß es vielleicht eine neue Vertretung tun die die wirklichen UL-
Intersessen vertritt.
Das ist hier und an anderen Stellen x-Mal beschrieben, dass die Verbände sich sehr wohl entspr. eingesetzt haben.
Und: Die LSA-Klasse ist m. W. außerhalb des Einflußbereichs der Verbände angesiedelt. So frage ich mich schon, wie weit Du über dieses Thema informiert bist ?
DeltaMike: 472,5 ist Geschichte, wird Zeit das wieder Sachverstand und Fortschritt übernehmen.
Ja !! Gewiss wäre das ein erster Schritt um an der Diskussion sinnvoll teilnehmen zu können.
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