Liebe Community,
ich bin noch nicht lange im Fliegerbusiness und noch in Ausbildung.
Allerdings habe ich gemerkt, dass ich in der Luft sehr nervös auf Flugzeuge in meiner unmittelbaren Umgebung reagiere.
Folgende Situationen habe ich hierbe insbesondere im Kopf:
Auf Streckenflügen kommt relativ plötzlich ein Alarmton aus dem POWERFlarm-Gerät, dass ein Luftfahrzeug auf gleicher Höhe und in unmittelbarer Nähe ist. Trotz sorgfältigem Rausgucken kann man es nicht erkennen. Dann plötzlich hört der Alarm auf, ohne dass ich das andere Luftfahrzeug entdeckt hätte. Diese Situation hatte ich bereits drei Mal. Zuletzt hatte Langen Information im Nachhinein bestätigt, dass mich das (von mir unentdeckte) Flugzeug etwas über und hinter mir passiert hatte.
Meine Frage ist nun, wie geht ihr damit um?
Bei mir habe ich festgestellt, dass mich das sehr nervös macht und ich instinktiv dazu tendiere ein Ausweichmanöver zu fliegen (ohne Sichtkontakt zum anderen Flugzeug). Rein rational betrachtet dürfte das allerdings suboptimal sein, da ein eben solche Ausweichmanöver ggf. zu einer noch größeren Annäherung führen könnte.
Fliegt ihr einfach stur geradeaus, guckt raus und hofft, dass euch der andere Kollege schon sieht? Oder wie kann man solche Situation von Grund auf vermeiden?
Vielen Dank für den Erfahrungsaustausch
WK
schrieb:Ich bin ja viel auf längeren Strecken unterwegs und solche Situationen kommen immer wieder mal vor. Ausweichen ohne Sichtkontakt? Wohin? Also fliege ich weiter geradeaus. Man könnte ja auch Langen rufen und fragen.
Fliegt ihr einfach stur geradeaus, guckt raus und hofft, dass euch der andere Kollege schon sieht? Oder wie kann man solche Situation von Grund auf vermeiden?
Ausnahme: vor kurzem hatte ich im Landeanflug Trafficwarnungen. Am Rollhalt stand keine Maschine, Platzverkehr war angesagt. Ich flieg einen Tiefdecker mit Glashaube ohne Streben, hab also oberhalb der Flächen absolute Übersicht, aber konnte nichts sehen. Also war es möglich, dass eine Maschine direkt unter mir flog. Gut, Landeanflug abgebrochen, Vollgas, Klappen rein und Go around angesagt. Ich konnte dann aber auch im Querabflug keine andere Maschine entdecken. Hätte aber sein können. War ein sehr doofes Gefühl.
Gerd
Ja, ich kenne das von Euch beschriebene Problem sehr gut. Euer Problem ist einmal, dass der Bildschirm auf dem Power Flarm sehr klein ist und man die Position des generischen Verkehrs relativ zum eigenen Flugzeug schwer einschätzen kann. Zum Anderen scheint bei Euch die Vorwarnzeit zu kurz zu sein.
Ich selbst verwende in meiner FK9ELA den TRX1500 Verkehrswarner von AirAvionics in Verbindung mit Skymap auf dem IPAD. Ich sende und empfange Flarm Daten über eine eigene Antenne, Ebenso sende ich meine Position via ADSB über einen angeschlossenen TRT800 Transponder. Inzwischen bin ich sehr zufrieden mit der Konfiguration. Segelflugzeuge sehe ich schon von weitem auf meiner ICAO Moving Map, die ich auch für die Navigation verwende. Ich fliege immer einen Bogen oder ändere meine Höhe um auszuweichen, wenn mir andere Maschinen angezeigt werden. Viel, viel später sehe die die Flugzeuge dann auch. Immer öfter sehe ich, dass mein 'Gegener' ebenfalls reagiert - es ist nur dumm wenn Beide das Gleiche tun ... aber das sieht oder hört man ja dann :-)
Wichtig ist das man die Flarm Antenne optimal in seinem Flieger positioniert. Das Nachfolgemodell des TRX1500 unterstützt sogar zwei Flarm Antennen.
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