Oldieflieger schrieb:Meinen Respekt!Die Maschine war für meine fliegerische Erfahrung und Begabung schlicht ein bis zwei Nummern zu groß.
Das haben der Fluglehrer und ich nach ein paar Stunden übereinstimmend konstatiert.
Insofern war der hier geschilderte nahtlose Umstieg von einer C 42 auf die CT aus meiner Sicht schlicht zu wagemutig - um gröbere Formulierungen aus Pietätsgründen zu vermeiden.
Nur wenige haben die Größe das zuzugeben. Ich gratuliere dazu. ich wünsche dir trotzdem viele entspannte Flüge! Helden haben wir hier genug.
Grüße
Tom
Chris_EDNC schrieb:Siehe zB.:
Dieses ploetzliche Aufbaeumen im Steigflug, was kein normaler Pilot, egal wieviel Erfahrung, bewusst steuert, ist fuer mich nicht nachzuvollziehen.
Bei einer 172er ist es - im Gegensatz zu einem UL - fast nicht möglich, gegen die Trimmung am Steuerhorn anzudrücken.
Und wenn beim festen Drücken auch noch der Sitz nach gibt und nach hinten rutscht...
Kurz nach dem Schein freut man sich, mit welch toller Steigleistung sein neues UL in den Himmel zieht...
(Trimmung steht noch auf Landestellung)
JWagner schrieb:siehe zB.
Ich kenne jetzt die W&B einer CT nicht und normalerweise mag ich das HOB Geschreibsel auch nicht, aber möglich wäre es schon, dass rückwärtiger Schwerpunkt und vertrimmt, vielleicht den Piloten einen Moment überfordert haben.
Als Ursache wird vermutet, dass der Rangierkuller am Heck vor dem Start vergessen wurde, abzubauen.
Werner1966 schrieb:Schon mal selbst geflogen?
Kann mir nicht vorstellen, dass ...
Ich habe es bei einer "kleinen, leichten" C152 versucht. Die notwendigen Ruderdrücke sind schon heftig.
... diese Trimmstellung nie brauchen können.
Steigflug mit max. Power / Landeanflug im Idle ... das macht wohl einen großen Unterschied.
Ich denke, ich bin auch schon max. schwanzlastig gelandet. Das geht.
Mit dieser Trimmung mit Vollgas starten ohne was zu tun hätte wohl fatal geendet. Ist mir kurz nach dem Schein passiert. Hatte vor lauter Konzentration gar nicht bemerkt, dass die Speed schon auf 75 km/h runter war. Tendenz sinkend. Wäre der Funkspruch vom Turm "Nase runter" nicht gewesen... Wer weiß? ...
Noch weniger plausibel ist, ... , wenn man kräftig gegendrückt.
> ... wenn beim festen Drücken auch noch der Sitz nach gibt und nach hinten rutscht...
Wenn die Nase 45° oder mehr in den Himmel zeigt, zieht Dich die Schwerkraft schon ziemlich kräftig nach hinten und nicht mehr nach unten in den Sitz!
Wenn Du zu Deinem Lebendgewicht noch zusätzlich kräftig drückst, kommt ganz schön Kraft auf die Sitzarretierung bzw. Drehmoment auf die Halterung der Rückenlehne.
Tim17 schrieb:In der Tat ist die Wirkung der Trimmung einer C172 nicht mit der bei einer CT zu vergleichen.
Kurz nach dem Schein freut man sich, mit welch toller Steigleistung sein neues UL in den Himmel zieht...
(Trimmung steht noch auf Landestellung)
Bei meiner CTSW (ich glaube nicht, dass sich andere CT-Derivate grundsaetzlich anders verhalten) braucht man die Trimmung mehr oder weniger nicht zu beachten. Ich nutze die nur, um die Fahrt im Reiseflug etwas zu justieren. Mehr als ein paar Millimeter drehe ich nie an dem Raedchen und habe trotzem praktisch keine Knueppelkraefte. Bei Start und Landung ist die Stellung des Raedchens ziemlich deckungsgleich, beim abarbeiten der Checkliste vor dem Start ist der Punkt Trimmung einer, wo ich diese praktisch nie nachstellen muss. Ob die Trimmung also auf "Landestellung" steht (was auch immer das sein soll bei einer CT) oder nicht, beeinflusst den Anfangssteigflug nur minimal und ist jederzeit mit minimalen Steuerkraeften zu korrigieren.
Chris
Werner1966 schrieb:Ja sie ist dann noch fliegbar, aber beim Durchstarten mit einer C172 muss man beim Gasgeben sehr schnell und sehr kraeftig nachdruecken, um die Fahrt zu halten. Wer das vernachlaessigt, stallt den Flieger. Das ist schon eindruecklich...
Kann mir nicht vorstellen das eine Cessna172 nicht fliegbar ist wenn sie total hochgetrimmt ist.
Aber wie gesagt, mit einer CT nicht zu vergleichen.
Chris
Wenn man mit einer 172 durchstartet, gehts einigermaßen, zumindest hat man einige Sekunden um den Trim neu zu justieren.. Das erste was man nach dem gasgeben macht, ist Flap in TO (inklusive noch mehr die Nase heben) , dann erst neu trimmen. Wenn das Flugzeug nicht fliegbar wäre, wäre die Reihenfolge umgekehrt. Aber wenn alle Schalter, die Trimmung, Steuerhorn usw. pötzlich einen halben Meter unerreichbar, weit weg vorne liegen, der Pilot aber in halbliegender Stellung, wie beim Zahnarzt, aber fest angeschnallt ist, geht gar nichts...
EDXJ schrieb:Der Unfallhergang erinnert mich irgendwie an die Nummer, die ein frischgebackener PPLer hingelegt hat:
Fassen wir noch mal die bekannten Fakten zusammen: Ein Pilot macht seinen Schein auf einer C42. Er ist nie etwas anderes geflogen. Eine Woche(!) nach der Prüfung kauft er eine CT. Die CT ist 17 Jahre alt und 950 Stunden unfallfrei geflogen und dabei ist sie vermutlich mindestens 1.000mal gestartet und gelandet worden. Der völlig unerfahrene Pilot will die CT unbedingt nach Hause fliegen, obwohl ihm sowohl sein Fluglehrer als auch der Vorbesitzer davon abraten, da er auf die Maschine nicht eingewiesen ist. Der Pilot startet trotzdem und stallt die Maschine nach wenigen 100 Metern in den Acker.
Junger Pilot, gerade den Schein in der Tasche, auf einer cirrus sr20 gelernt, chartert eine c172, lädt gleich noch die ganze Familie ein und stallt im Anfangssteigflug... 4 Tote.
Sagt mal, bin ich ein zu großer Angsthase, daß ich nicht einmal auf die Idee kommen würde so eine Nummer durchzuziehen?
Zur der "Trimmung Diskusion" wollte ich auch was zu beitragen.
Bei den mir bekannten Flugzeugen mit Flettner- oder Federtrimmung kann man jederzeit die jeweilige Trimmstellung mit dem Knüppel übersteuern. Ist z.B. nach hinten/oben getrimmt kann ich trotzdem mit dem Knüppel Vollausschlag nach vorne/unten geben.
Habe ich also beim Startcheck die Trimmstellung "übersehen" werde ich nicht abstürzen sondern den Vogel mit dem Knüppel in die mehr genehme Steigfluglage bringen und den dann vorhandenen Steuerdruck durch Betätigen der Trimmung beseitigen.
Die Fluglage meines Fliegers erkenne ich am Horizont Bild, ein Blick auf den Fahrtmesser ergibt dann ein vollständiges Bild des momentanen Flugzustandes. Der Steuerdruck auf den Knüppel spielt da eine untergeordnete Rolle, da größtenteils abhängig von der Trimmstellung.
Wer vom Tower beim Starten darauf hingewiesen wird das er Nachdrücken soll weil er gleich abschmiert, sollte sich in jedem Fall nachschulen lassen. Auch wenn der Auslöser eine "falsche" Trimmstellung war!
Gruß,
Roman.
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