Hallo becki!
Mein Mitgefühl ist ganz sicher bei den Angehörigen!
Aber wie würdest Du denn einen Piloten klassifizieren, der mit 78 Jahren, bei Eisregen und Schneefront, also Wetterbedingungen bei denen sogar die Profis mit ihrem SAR-Heli am Boden bleiben (siehe Polizeibericht), Überlandflüge machen will?
Diese Leute gefährden nicht nur sich, sondern auch andere Menschen. Ich habe es satt mich wegen dieser "etwas unvorsichtigen" Kollegen permanent bei Nichtfliegern erklären zu müssen. Wir müssen uns nicht wundern, wenn unsere Behörden die eigenverantwortliche Entscheidungsfreiheit immer weiter einschränken wollen.
Wir betreiben ein Hobby mit einem erhöhten Restrisiko. Ja! Aber wir können dieses Restrisiko eigenverantwortlich minimieren. Und solange wir dies einigermaßen vernünftig tun, können wir unsere besondere Freiheit hoffentlich noch lange genießen.
Unangemessen ist nur eins: das Flugzeug an solch einem Tag aus der Halle zu schieben.
Tom
...und mein Mitgefühl gilt auch den ganzen Rettungskräften, die im Schneetreiben kilometerweit in den Wald zu Fuß laufen mussten und dann auch noch neben der Flugzeugteile, die Leichenteile bergen durften. Es ist und bleibt der Klassiker....Pilot mit zig 1000 Stunden meint bei solch einem Wetter fliegen zu müssen. Stimme Quax voll und ganz zu!
Quax der Bruchpilot schrieb:Aber genau hier beginnt es, interessant zu werden und wo man fuer sich was lernen koennte: Warum hat er denn den Flieger trotzdem aus der Halle geschoben? Denn dass kein normaler Mensch bei so einem Wetter fliegt, wusste er ziemlich sicher ebenso. Haette er hier im Forum geschrieben, ziemlich sicher waere er vollkommen normal erschienen und haette sich ueber aehnliche Unfaelle mit groesstem Unverstaendnis geaeussert.
Unangemessen ist nur eins: das Flugzeug an solch einem Tag aus der Halle zu schieben.
Also was bringt einen dazu, selbst einfachste Grundsaetze komplett ueber den Haufen zu werfen? Was muss dazu im Vorfeld passieren?
Das meinte ich weiter oben mit meiner Andeutung, dass es jedem hier passieren kann. Niemand sollte sich zu sicher fuehlen. Es muss nur a und b und eventuell noch c zusammen kommen und schon ist man faellig.
Chris
Das Video ist wirklich interessant. Denn viele wären bei klare Wolkenuntergrenze und Bodensicht da noch ein Stücken weitergeflogen und hätte sich das ( vermeintliche ) Loch auf ein Uhr in der Sonne wenigstens mal angesehen. ( ich auch :) )
Es sind ja nur die Fälle die auch unten liegen wo es zur Diskussion kommt, von den anderen, die es überlebt haben hört man vielleicht mal am Stammtisch oder in einigen Reiseberichten als besondere "Herausforderung" .
Wenn es schief geht war es halt falsch.
Aber das ist im Leben mit allem so. Ich verurteile da keinen.
"Der frei von Fehlern fasse sich an die eigene Nase" heißt es da doch oder so ähnlich ..... :)
QDM
Evtl. sind meine Gedanken sogar pietätslos. Aber wenn man ein paar Jährchen älter geworden ist und dabei zusehen durfte, wie so mancher mehr oder weniger früh gegangen ist. Oder wenn man das eine oder andere Pflegeheim für Freunde oder Angehörige besichtigen durfte. Krankengeschichten und -wege aus der Nähe gesehen hat, dann kommen einem gewisse Gedanken nicht mehr so schlimm vor.
Nein, ich bin ganz sicher nicht suizitgefährdet und habe verdammt viel Spaß am Leben. Sogar frisch verliebt und richtig glücklich. Trotzdem sehe ich einen großen Knall, wenn er schnell und überraschend zuschlägt nicht unbedingt als den schlechtesten Weg an, um würdig und friedlich von diesem Planeten zu gehen.
Denn das Ende einer ganz erheblichen Anzahl von Menschen, sieht weniger prickelnd aus.
Zumindest kommen mir (auch) solche Gedanken, wenn ich vom Ende eines älteren Kollegen lese, der mit Knall und Rauch in den ewigen Flieger- (oder Motorradfahrer) himmel gereist ist. Solange er dabei nur Flurschaden anrichtet, hege ich keinen Groll. Wer weiß, was so manchem derartiger Leichtsinn an späterem Leiden erspart hat?
Ich weiß, dass das eine sehr schräge Haltung zu diesem Thema ist. Aber vielleicht tröstet es den einen oder anderen? Denn das endgültige "Aus", welches unser Hobby für wenige bereithält, ist nicht immer der schlechteste Weg, um abzudanken. Makaber, aber leider wahr.
Trotzdem kein Grund um nicht umsichtig und sorgsam mit dem Hobby umzugehen.
Ruhe in Frieden
Edgar
Moin Edgar,
viele Deiner Gedanken zu dem Thema gehen auch in meinem Kopf herum. Es ist wirklich nicht der schlechteste Tod, wenn das Leben in einem Knall endet, vorausgesetzt man reißt niemanden mit. Angst habe ich nur davor im Flieger bei Bewutsein zu verbrennen. Solche Gedanken mögen makaber sein für diejenigen, die gerne den Kopf in den Sand stecken, für alle anderen sind sie lediglich realistisch.
Bei dem Video fehlt mir das Wichtigste: die individuelle Wetterinformation, direkt vor dem Start eingeholt. Da hätte man sehen können, was sich in der Region tut. Und auf helle Stellen zuzufliegen ... na ja, nicht die klügste Entscheidung. Schon garnicht, wenn der Pilot keinen Blick auf die Karte macht, dann hätte er schon vorab gewußt, daß das Terrain in dieser Richtung ansteigt.
Gerd
edhs schrieb:Im Video heißt es das der Pilot seit Jahren diesen Flug jeden Samstag durchführt und die Gegend sehr gut kennt.
Schon garnicht, wenn der Pilot keinen Blick auf die Karte macht, dann hätte er schon vorab gewußt, daß das Terrain in dieser Richtung ansteigt.
VG
Thomas
Mir fällt bei dem Video noch eine andere, meiner Meinung nach, Fehlentscheidung ein. Der Pilot hat sich einschliessen lassen, sieht nach dem U-Turn dass der Deckel über seinem Platz binnen kurzer Zeit heruntergegangen ist, hat bei 3 miles out noch keine Ahnung ob der Platz noch sichtbar sein wird und fliegt genau da trotzdem über die doch recht bewohnte Zone ein. Er hat noch gute Sicht nach unten und sonderlich turbulent scheint es auch nicht zu sein. Ich sehe da vor der Stadt etliche längere Strassenabschnitte auf denen ich absolut keinen Verkehr erkennen kann. Warum zum Kuckuck hat er sich mit dem Vogel nicht einfach da irgendwo hingesetzt anstatt das zusätzliche Risiko einzugehen sich plötzlich in Bodennähe über besiedeltem Gebiet in IMC zu wiederzufinden? Ich hätte da nicht eine Sekunde gezögert, denke ich. Hab sowas schon zweimal hinter mir und war jedesmal glücklich über meine Entscheidung gewesen.
Gruss Stephan
Stephan2 schrieb:Das sind 5 km! Als der Platz in der Weitwinkeloptik in Sicht kommt, ist das noch deutlich mehr als Deutschland Gafor M8. Hinterher kann man trefflich drarüber fachsimpeln, aber ich wäre auch weiter geflogen. Bei 80 kts wären das etwas mehr als zwei Minuten. Wenn sich 3 km Sicht in zwei Minuten drastisch verschlechtern sollen, reden wir über Wetterphänomene, die dann auch aus dem Flugzeug ganz anders aussehen würden.
hat bei 3 miles out noch keine Ahnung ob der Platz noch sichtbar sein wird und fliegt genau da trotzdem über die doch recht bewohnte Zone ein.
Nee, "Bad decision", aber "normal ending". Sowas haben wir hier an der Küste eigentlich recht häufig.
Frank
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