Vor ein paar Jahren:
meine Comet steht immer mit angeklappten Flächen im Hangar. Vor einem Flug also immer Aufklappen, Bolzen sichern und die Querruder durch ein enges Handloch im Boden anschließen. Da unten ist es ziehmlich dunkel, ich kann aber sehr gut fühlen, ob die Ruder angeschlossen und gesichert sind ... und sie waren es auch an diesem Tag.
Dann die übliche Prozedur mit Vorflugcheck, Warmlaufen lassen Klarliste ... alles OK.
Auf die Bahn und Vollgas, nichts ungewöhnliches ... ein Blick auf die Armbanduhr um die Startzeit einzutragen ... Wo ist meine UHR!!! Mir läuft es eiskalt den Rücken runter, die ist bestimmt im Querrudergestänge! Ich bin dann meine flachste Platzrunde (ever) geflogen und wieder sicher gelandet. Und da lag sie dann, im Querrudergetriebe, meine Armbanduhr mit Metallarmband, das sich beim Ruder anschließen im engen Handloch unbemerkt gelöst hatte.
Die Moral: passt auf, dass euch euer Flieger nicht beklaut!
Oh, das treibt einem bestimmt den Angstschweiß auf die Stirn.
Ist da so ein richtiges Getriebe drin, also in dem Sinne von Zahnrädern, bei denen tatsächlich etwas zwischen die Zähne kommen und dieses dann blockieren könnte?
Hallo KAR,
Getriebe ist hier vielleicht nicht ganz passend, einigen wir uns auf Querruderantrieb :-) ... ist verständlicher.
Die Schubstange für′s Querruder wird an einen Umlenkhebel angebolzt, der wiederum auf einem weiteren Umlenkhebel sitzt, der vom Wölbklappenhebel angesteuert wird (die FK12 hat ja wölbklappenüberlagerte Querruder). Der Steuerknüppel überträgt die Bewegung an ersteren Umlenkhebel mittels eines Seilzuges, 2 Umlenkrollen und einer weiteren Schubstange. Hört sich kompliziert an, ist aber bei genauerer Betrachtung recht simpel. Auf jeden Fall gibt es viele Möglichkeiten eine Armbanduhr ungünstig darin zu platzieren.
btw:
vor einigen Jahren hatte ich folgendes gelesen:
zwei Piloten hatten in einer Blanik (zweisitziger Segelflieger in Ganzmetall) nach dem Start mit einer immer wiederkehrenden kurzzeitigen Höhenruderblockade zu kämpfen. Sie haben die Kiste aber irgendwie heil runter gekriegt. Nach der Landung funktionierte wieder alles, der komplette Höhenruderstrang wurde untersucht und man fand nichts. Der Werkstattleiter gab sich damit aber nicht zufrieden, die Flügel wurden demontiert, das Höhenruder abgebaut, die Haube wurde ausgehängt. Der Rumpf wurde angehoben und um 180 Grad gedreht. Es machte pling, plong und ploing und heraus viel der Drehknopf des Höhenmessers ...
...ich lege bei meinen Segelflugschülern sehr viel Wert auf die Vorflugkontrolle, daher manipuliere ich die Flieger manchmal, die Anfänger informiere ich, das was nicht stimmt (dann dauert auf einmal die Vorflugkontrolle doppelt so lange :-)) und da werden Sachen gefunden, das glaubt ihr nicht (jeder Kratzer wird zum Riß, ein Lackabplatzer macht das Flugzeug untauglich ...).
ich ziehe natürlich nicht den Splint aus dem Querruderscharnier, sondern mache nur Sachen die "wirklich" passieren können
Beispiele:
der Klassiker: mein Brillenetui unter dem Sitz, am Spornrad etwas Luft abgelassen, TEK Düse ausgebaut (die leigt noch im Hänger weil gestern einer eine Aussenlandung gemacht hat), die Platzfrequenz verstellt (wegen Außenlandung), statische und Gesamtdruckabnahme abgeklebt, weil der Flieger über Nacht draußen stand, ... beim UL vielleicht vertauschte Kopfhörer (da ist die Sprechprobe dann nur noch "1" weil mein Mikro der andere hat) , nicht ganz zugedrehter Tankdeckel ... ihr kennt sicherlich noch die Spezialitäten eurer Schulmaschinen.
Meine Maschinen sind seitdem jedenfalls top gecheckt ...:-)
Gruß Biggles
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