Standardprozeduren, vorgeschriebene Platzrunden, stabilisierte Endanflüge ab 1000 ft über der Schwelle, das ist alles richtig und wichtig. Entsprechende Vorsicht und herantastendes Vorgehen vorausgesetzt, kann man das Spektrum seiner Möglichkeiten und damit die Sicherheit im Umgang mit besonderen Situationen deutlich erweitern durch Üben von "Landen aus allen Lebenslagen".
Ab und zu, wenn am Platz kein weiterer Verkehr herrscht, übe ich das mit Begeisterung:
- stark verkürzte und niedrigere Platzrunde, direkt aus dem Gegenanflug in den Endanflug
- Ziellandeübungen aus unterschiedlichen Positionen und Höhen
- langsamer Anflug mit vollen Klappen und Schleppgas, kurz landen (Vorsicht, Durchsackgefahr!)
- steiler Anflug mit vollen Klappen, kurz landen
- schneller Anflug, mit 160 bis an die Schwelle, dann noch auf den Bahn landen (kommt aufs Lfz und die Bahn an)
- bockstabile Perfektionsanflüge (Speed, Fluglage, Sinkrate, Motorleistung, alles konstant)
- lange Landung, Aufsetzen an der Halbbahnmarkierung
- Abbruch des Anfangssteigfluges (bei 500, 400, 300 ft) und simulierter Anflug auf eine der "Plan B" Landeflächen
- Umkehrkurven mit möglichst wenig Höhenverlust und Rückkehr zur Bahn (erst in großer Höhe üben!)
- Rückenwindlandung
- wichtig: immer an den aktuellen Wind und die lokalen Verhältnisse denken (Wirbel, Lee, ...)
- schnell genug bleiben! besonders in den Kurven!
- Vorsicht mit langsamen Anflügen bei viel Wind (lieber nicht)
- mit dem Flugleiter vorher absprechen und zur Sicherheit Absichten über Funk durchgeben
Ich will niemanden zu etwas verleiten, was ihm/ihr Angst macht oder sie/ihn überfordert. Und viele sind vielleicht auch längst selbst auf die Idee gekommen. Aber vielleicht ist der Beitrag für einen Teil der Gemeinde nützlich und anregend.
stark verkürzte und niedrigere Platzrunde, direkt aus dem Gegenanflug in den Endanflug
100 % Zustimmung TE, jedoch habe ich die Umkehrkurve aus meinem Hirn verbannt. Denn die geht meist in die Hose und wir haben hier im Norden genügend Grünflächen.
Ergänzen könnte man noch das schnelle Evakuieren und die Handgriffe, die für das Aktivieren des RG erforderlich sind. Vor jedem Start gehe ich den Ablauf durch, Zündungen aus, dann der Griff, plus Einigeln.
Dann sehe ich mir am Boden manchmal Grundstücke an, die ich vorher in der Luft als ideales Notlandefeld ausgemacht habe. Die Wiesen um den eigenen Platz geht man hin und wieder auch mal ab um verdeckte Gräben, Drähte, Wasserpumpen, etc. auszumachen.
Flugschulen dürfen Außenlandeübungen machen,
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