Motoraufall über Wasser

Forum - Unfallprävention
  • Hi Chris,

    Bei etwas Wind in die eine oder andere Richtung wird es nochmal deutlich besser.

    warum wird es bei Wind besser? Es ist dann nur nicht mehr der geometrisch nähere Punkt (Festland / Helgoland) anzugleiten. Bei 20km/h Gegenwind und angenommen bestem Gleiten bei 100km/h ist das Ziel erst nach 60% der Strecke schneller zu erreichen. Bei Seitenwind brauche auf dem Flug zu Helgoland sogar mehr Höhe, da ich den seitlichen Versatz ausgleichen muss (Helgoland ist nicht sehr breit). Zusätzlich kommt das Problem, dass wir den Wind gar nicht so genau kennen.
    Und bei Rückenwind auf dem Flug von Helgoland zurück müsste ich noch nahe Helgoland Höhe aufbauen um immer im Gleitflug zurück zu kommen (um im Gleitwinkel von 1:10 entlang meines Pfades des Steigflugs zurück gleiten zu können, müsste man ohne Wind bei 100km/h etwa mit 3m/s steigen. Bei 20 km/h Rückenwind wären schon weitere knapp 1,5m/s steigen nötig.) Und wer macht sich tatsächlich diese Gedanken vor einem Flug über Wasser...

    Grüße
    Maik
  • Das ist ja gar nicht so theoretisch. Unsere tecnam hat ein gleitzahl von 1:12

    Welche Rolle spielt denn der stehende Prop bei der Gleitzahl? Zwischen Leerlauf und Stehende Latte gibt es doch einen Unterschied, oder? Wird die Gleitzahl für den tatsächlich stehenden Prop angegeben?

    Tilbo
  • warum wird es bei Wind besser?
    Ich ging hier wieder vom Motorausfall in der Mitte aus, jetzt ist es in Richtung mit dem Wind natuerlich einfacher.
    Ja, es gibt auch Konstellationen, wo Wind hinderlich ist.


    Chris
  • Noch′n interessanter Aspekt zur Wasserlandung.

    Im Handbuch meines Vogels ist das Verfahren wie folgt beschrieben:

    ... 50 ft/min Sinkrate bei 90 km/h einstellen (Klappen ein)...

    Das ergibt einen Flug mit stark angehobener Nase und bei minimaler Sinkrate ein sanftes Anwassern, auch wenn man sich bei der Höhe verschätzen sollte.

    Es erschließt sich allerdings nicht so ganz, warum man notwassern wollen sollte, wenn der Motor noch läuft.

    Na ja, wahrscheinlich doch besser den Schirm Nutzen.

    Techbär
  • 50 ft/min Sinkrate
    ??? Straffe Hand verlangt, dafür!
  • und supergenauen Eichblick aufs Vario, und nicht zittern.

    Im Prinzip dürfte das aber ungefähr funktionieren, bis zum Auf- oder Überschlag.

    Techbär
  • Dringende Leseempfehlung: http://www.equipped.org/ditchingmyths.htm
  • Von unserem Platz (Leer) fliegen wir laufend zu den Inseln. Meist läßt das Wetter gar keine Steigflüge bis sonst wohin zu. Darüber hinaus will man ja auch was sehen.

    Mit meinem 582er Zweitakter bin ich noch nicht auf Borkum (20 km draußen) und Helgoland (gut 40 km) gewesen. Die anderen Inseln habe ich teils mehrfach abgeklappert. Ob eine Wasserung oder Landung im Watt gelingt hängt neben etwas Glück auch ganz stark vom Wellengang ab. Bis knapp 30 kt Wind bin ich schon zur Insel geflogen. Da ist schon ordentlich Bewegung im Watt.

    Man kann sich jedoch grob an den Fährwegen orientieren, die teils Schutzmolen haben. Ebenso ist dort reichlich Sportbootverkehr, also liegt man nicht lange im Bach, wenn etwas schief geht. Etwa 15 oder 20 km vor den Inseln sind die Verkehrswege, die ebenfalls stark befahren sind.

    Die größte Gefahr lauert hier oben eher vom Wetter und hat auch dieses Jahr wieder ein Opfer gefordert, der auch noch Insulaner war. Der Seenebel kommt schnell und tückisch. Manchmal "schmiert" auch die Untergrenze ab und man findet sich in ein paar hundert Metern über der See wieder.

    Wenn der Motor vorher 30 Minuten durchgelaufen ist, dann hält er wohl auch die restlichen Minuten durch. Einmal habe ich jedoch richtig kalte Füße bekommen. Da mußte ich eine FK-9 nach einer Reifenpanne für 6 Tage bei Schweißwetter auf Borkum stehen lassen. Beim Rückflug hat das Rotax-Multi-Dingsbums-Anzeigegerät alle möglichen Alarmwerte rausgeschmissen. Die analogen Instrumente lieferten jedoch plausible Werte, so dass ich weiter geflogen bin. Besonders entspannt ist man in den 10 Minuten nicht, wo man übern Teich hühnert.

    Den Rettungsschirm würde ich von der Wasseroberfläche abhängig machen und ob Wasserfahrzeuge in der Nähe sind. Bei kabbeliger See bleibt einem eh nichts anderes über. Zwischendurch habe ich sogar schon einmal darüber nachgedacht, ob man so einen Rohr-Tuch-Bomber im Notfall auf eine Inselfähre schmeissen könnte?

    Wie gesagt! Theorie und Praxis. Was man später bei Puls 180 tatsächlich macht, steht später in der Zeitung. Hoffentlich nur auf der ersten Seite und nicht zwei Tage später auf der letzte.

  • Hallo 924driver,

    Hast Du einen Insidertip zum Vorhersehen von Seenebel?

    Die Theorie ist mir schon klar, so mit feuchtwarmer Luft über See, die über Kaltes Land treibt oder umgekehrt, je nach Jahreszeit und Wetterlage. 

    Gibt′s darüber hinaus Erfahrungswerte?

    Techbär
  • Pap....

    also ich nutze Euren Platz ja gerne um nach Borkum zu kommen. Tanken ;-) Da ist auch mein Zweitwohnsitz.
    Ich schiesse an Emden lang.. schipper dann dann nach Eeemshafen rüber uns zwar so das ich da nicht einfliege, aber dort immer runter segeln könnte. Dann den kürzesten Weg rüber. Da ich dann schon einige Zeit unterwegs bin fühle ich mich nicht aders als die 2h davor. Wenn die 13 auf ist kann man direkt anfliegen. Platzrunden gib es ja keine. Bei der 31, hängst Du eine Platzrunde dran.

    Wo ist das Problem?
    Ich war dieses Jahr 5 mal drüben. 

    LG

    Dirk
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