Motoraufall über Wasser

Forum - Unfallprävention
  • Vor einigen Wochen bin ich nach Helgoland geflogen. (alles Super, alles Gut!)
    Mir war schon klar wenn ich einen Motorausfall gehabt hätte, hätte ich versuchen müssten mit stark verminderter Geschwindigkeit zu landen. Oder in großer Höhe die Rettung ziehen, um nahezu mit Null Geschwindigkeit auf dem Wasser aufzuschlagen. 
    Was würdet Ihr bei Motorausfall tun, um nahezu ungeschadet auf dem Wasser aufzukommen?
  • möglichst langsam werden, Gurt stramm ziehen, Rettung ziehen, Tür entriegeln, Hand an das Gurtschloß, Notruf absetzten, ELT einschalten.

    Wenn ich so hoch bin, dass ich noch Optionen habe, versuche ich natürlich vor dem Schirm ziehen so dicht wie möglich an Land/ein Schiff/einen markanten Punkt ran zu kommen.

    In jedem Fall eine richtig beschissene Situation.

    Dry landings, Tilbo
  • Gute Frage, noch nie drüber nachgedacht. Nie etwas darüber gelesen.

    Höhe nutzen falls das Sinn macht.
    Sonst: Fahrt raus, Notmeldung absetzen, Schirm schiessen, Haube oder Tür auf falls irgendwie möglich, abschnallen und auf schnelles aussteigen nach der Wasserung vorbereiten, eventuell auch schon vor dem Wasserkontakt. Weil ich Angst hätte, mich unter dem Schirm zu verheddern.

    Gerd

    Bin gespannt was diese Diskussion erbringt.

    Gerd
  • Ich denke die Höhe über Wasser ist sehr schlecht einzuschätzen.
    Abfangen mit geringer Geschwindigkeit erscheint mir sehr schwierig, wenn nicht sogar unmöglich!
    Ich würde die Rettung ziehen. Vorausgesetzt ich bin hoch genug.
    Gerd
  • Eine anderer Aspekt ist das Geschehen nach glücklicher Wasserung. 

    Eine Schwimmweste zu tragen wäre hilfreich wenn nicht gar überlebensnotwendig. Und in der Nordsee hat man ohne Kälteschutzanzug schon nach überraschend kurzer Zeit ganz schlechte Karten.

    Ich habe den Aufwand bisher gescheut und mir Helgoland noch nicht gegönnt. Es würde mich interessieren, wie regelmäßige Helgolandflieger es mit Schwimmweste, Kälteschutzanzug und PLB halten.

    Gruß. Bernhard
  • Ist die Schwimmweste nicht sogar gesetzlich vorgeschrieben, wenn man einen Flug über Wasser plant bei dem man gleitend kein Land erreichen kann? Oder habe ich das falsch im Kopf?

    Tilbo
  • Schwimmweste vorgeschrieben, auch Flugplan und 100 Std Fliegerfahrung.
    Ich war schon mehrfach auf Helgoland und achte immer darauf erst Kurs Wangerooge zu fliegen um damit die kürzeste Strecke über Wasser zu bekommen. 
    Schwimmweste nicht im Flieger aufblasen da man dann besser aus dem Flugzeug kommt. , Erst bei Bremen Information angemeldet sein und dann über Wasser auf Helgoland Info umschalten. Sich über Kurs und Position für einen Notruf bewusst sein. 
    Das untern viele Schiffe sich auf der Route befinden beruht ein bisschen. 
    Da der Flug über der Nordsee so  beeindruckend ist geht die Zeit schnell rum das es gar keine Gedanken an eine Wasserung kommt. :)  
    Der Rotax  weiß ja nicht das es über Wasser geht und schnurrt er die 15 bis 20 Minuten einfach weiter :) 

    Helgoland ist topp.
    Peter 
  • @QuaxC42 Helgoland ist wirklich top! Bin Anfang August da gewesen! 
    http://www.youtube.com/watch?v=dDJYq8nTwPs
    Über der Nordsee ist alles sehr ruhig so das man alles, auch eventuelle Motorprobleme vergisst. Ich habe auf Wangerooge meinen Flugplan aufgegeben, Rettungsweste angezogen, Bei Bremen Info angemeldet (die beobachten dich) dann rechtzeitig bei Helgoland Info angemeldet (damit die wissen das man unterwegs ist) Alles in meinen Augen save.
    Aber ich habe trotzdem Respekt bei einer eventuellen Landung im Wasser. Ich denke das die Höhe über Wasser schlecht oder gar nicht eingeschätzt werden kann.!!!!
    Ich glaube wenn ich über den Pfälzer Wald fliege, würde ich mich bei einer ausstehenden Notlandung auf den Bäumen wohler fühlen.
    Trotzdem werde ich dort wieder hinfliegen wollen!
    LG
    Gerd

  • Ich denke die Höhe über Wasser ist sehr schlecht einzuschätzen.
    Abfangen mit geringer Geschwindigkeit erscheint mir sehr schwierig, wenn nicht sogar unmöglich!

    @ Gerd, so extrem schlecht ist es nicht einzuschätzen. Als ich in Paraguay gelebt hatte bin ich ein paar Mal als Co in einer Super-Petrel unterwegs gewesen. 
    Wie das Ganze auf dem Meer mit 2-3m hohen Wellen aussieht kann ich nicht beurteilen. 


    möglichst langsam werden, Gurt stramm ziehen, Rettung ziehen, Tür entriegeln, Hand an das Gurtschloß, Notruf absetzten, ELT einschalten.

    Wenn ich ein Flugzeug ohne Einziehfahrwerk (und wie bei Euch in Deutschland ein Rettungssystem hätte) würde ich es ähnlich machen. Ich hätte einfach Angst vor dem Überschlag.

    Mit Einziehfahrwerk würde ich vermutlich versuchen  mit Mindestfahrt aufzusetzen.

    Das "Eintauchen/Aufsetzen" bei der Super Petrel fand ich nicht so hart, da denke ich, dass es am Schirm mit 8m/sek heftiger wird.
  • Ein paar Gedanken aus der Sicht eines UL-Piloten und Hochseesegler. Eine Notlandung auf dem Wasser besonders mit festen Fahrwerk dürfte sehr risikoreich sein deshalb würde ich den Schirm vorziehen. Die Gurte vor der Landung/Aufprall zu lösen birg sehr hohe Verletzungsrisiko inkl. Bewusstlosigkeit. Die Zeit wie lange ein Flugzeug auf dem Wasser treibt bis es vollgelaufen ist und sinkt dürfte sehr kurz sein deshalb sollte man mal (trocken) üben sich von strammgezogen Schultergurten schnell zu befreien. Dreipunkt-Gurte sind in solchen Situationen vorteilhafter. Auf jeden Fall ist es ratsam solange das Flugzeug auf dem Wasser treibt es nicht zu verlassen. Die Nordsee ist ein stark befahrenes Gewässer aber die grossen Pötte sind nur begrenzt manövrierfähig, eine schnelle Hilfe ist deshalb eher von Sportbooten zu erwarten. So oder so spielt die Zeit im kalten Nordseewasser eine entscheidene Rolle. Unter 10 Grad beträgt die Üeberlebenszeit ohne Schutzanzug weniger als 1,5 Stunden. Schwimmen sollte man nur versuchen wenn das rettende Ufer wirklich sehr nah ist. Am besten ist es sich möglichst ruhig zu verhalten um die Energie und Wärmeverlust so gering wie nur möglich zu halten. Zum Thema Positionsangabe. Es macht wenig Sinn die Position zu melden bevor man den Schirm gezogen hat. Die tatsächliche Position auf dem Wasser dürfte um einige hundert Meter daneben sein. Von einem Boot selbst beim kleinen Wellengang ist ein aus dem Wasser ragender Kopf nur schwer auszumachen. Ein ELT leistet in solchen Situation unschätzbare Dienste.
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