Start mit gezogener Vergaservorwärmung

Forum - Unfallprävention
  • Gestern bin ich nach längerer Pause (2 Monate) mal wieder in den Flieger gestiegen. Ich wollte einen kleinen Ausflug zum Nachbarplatz (30 Minuten) machen. Da ein Passagier mit sollte, wollte ich vorher noch solo drei Platzrunden fliegen.

    Bei uns am Platz gibt es in der Mittagszeit einen Zeitraum, in dem man keine Platzrunden fliegen darf. Also hab ich mir vorgenommen, vor der "Mittagspause" die drei Platzrunden abzuhacken. Leider habe ich dann auf dem Weg zum Flugplatz durch verschiedene Dinge Zeit verloren (rumgetrödelt, Stau, ...). Als ich dann am Platz angekommen war, hatte ich schon Zeitdruck, weil nur noch 30 Minuten bis zur Mittagspause verfügbar waren.

    Schnell Flieger checken, rein, Motor starten und - moment - der Motor will noch nicht, weil er zu kalt ist. Also nochmal 10 Minuten verplempert, um den Motor zum Laufen zu bekommen. Dann warmlaufen lassen und ab zum Start.

    Vollgas und ab. Im Steigflug plötzlich festgestellt das der Steigwinkel viel zu steil ist und ich gar nicht richtig auf den Fahrtmesser geachtet habe - also brutal nachgedrückt , um nicht zu langsam zu werden - erster kleiner Wachrüttler (wie waren nochmal die Geschwindigkeiten?). Dann ab in den Gegenanflug: Vergaservorwärmung, Klappen, Geschwindigkeit, Höhe - passt. Endteil - man ist das bockig hier oben. Kurzer blick im Endteil auf die Uhr - eigentlich viel zu spät für weitere Platzrunden. Eine geht doch noch, entscheide ich mich kurz vor dem Aufsetzen. Also am Boden, Klappen rein und Vollgas. Verwunderung: warum beschleunigt der Bock so langsam?! Nach dem Abheben im Steigflug, Blick auf die noch gezogene Vergaservorwärmung - scheiße!!! Gut das der Platz lang genug ist. Bei einer kürzeren Piste oder wärmeren Wetter hätte die Sache auch anders aussehen können.
  • Naja, Deine Handlungsweise ist fast schon ein Rezept, um sich nahezu sicher ins Jenseits zu befördern...

    Um so′n Bock zu vermeiden, könnte eine unbedingt abzuarbeitende, sehr detaillierte Checkliste gehören, die auch den Steigflug usw. umfasst und Dich quasi auf derartige Bedienfehler stossen lässt.
    Andererseits kann die Beschäftigung damit auch wieder über Gebühr ablenken.

    Am Besten: Mach′s nie wieder, so unter Zeitdruck zu fliegen. Du lebst vermutlich deutlich länger. Viel Glück.
    Und: Ich weiß, wovon Du redest. Respekt für′s Offenbaren und lern was draus.
  • Eines meiner Lieblingssprichwörter stammt aus Japan:

    Wenn Du es eilig hast, mache einen Umweg.

    Stimmte bei mir bisher immer.
    bb
    hei
  • DAL4: "Um so′n Bock zu vermeiden, könnte eine unbedingt abzuarbeitende, sehr detaillierte Checkliste gehören, die auch den Steigflug usw. umfasst und Dich quasi auf derartige Bedienfehler stossen lässt. 
    Andererseits kann die Beschäftigung damit auch wieder über Gebühr ablenken."

    Ich mache das so ähnlich. Allerdings ist das bei mir keine Checkliste, sondern ein Self-Briefing am Rollhaltepunkt, wo ich laut und sehr bewusst mir selber die nächsten paar Minuten erkläre. Mir persönlich hilft das und ich werde auch nicht unnötig von "Papierkram" abgelenkt. 
  • Bananenbieger, Deine Methode ist ein Weg zur Konzentration.
    Davon war unser Freund aber weit entfernt. Er hat sich zur Hektik hinreissen lassen und dadurch einen ganzen Sack voller Stressfehler gemacht.
    Und wenn er Pech hat, verkrampft er, schaut nicht mehr raus, wählt die falsche Landerichtung und nach der Landung steht einer von der Luftpolizei da und stellt fest, dass sein Vogel  100 Gramm Übergewicht hat .:-)

    Dann kann er sich selbst das Lied vorsingen, "Ach wärst Du doch in Düsseldf. (Bett) geblieben..."

    Triple-Delta: "Wenn Du es eilig hast, mache einen Umweg."
    Auf dem Weg zur Toilette ist das u.U. ein risikoreiches Verfahren... :-)
  • Meine Methode hilft auch, sich kurzzeitig Dinge einzuprägen. So kann man sich die "Checkliste" einige Minuten merken und muss so nicht beim Steigflug auf die Checkliste schauen.
  • Was mich etwas wundert ist, wenn man mal vom Rotax ausgeht, also nur bei dem, merkt man Leistungstechnisch recht wenig, ob die Vergaservorwärmung gezogen ist oder nicht. Ist meine unmaßgeblich Erfahrung. Man macht ja auf Prüfflügen so einiges an "Unsinn" um zu Checken, ob an alles gedacht wird.... im Normalfall ist der Leistungsverlust derart gering, das fällt wirklich nur dann auf, wenn man den Blick auf die Hebel geworfen hat. Viele UL haben noch nicht mal eine Vorwärmung und laufen immer auf vorgewärmte Luft... OK, da gibt es dann ja auch nicht die Option die VV zu ziehen um Leistungsabfall zu bemerken.   Aber es wundert mich schon, dass das solche Folgen hatte.... Viele lassen die Klappen draussen und das merkt man dann schon deutlicher.....

    Ansonsten Respekt vor deinem Bericht. Ich denke viele fühlen sich "ertappt" und haben schon mal ähnlich "Dummes" gemacht. Ich kann mich da nur mit "Einreihen". Hundert Mal geht es gut....
  • Carlson, als fliegerischer Grobschmied merkst Du da natürlich nix...;-)

    Im Ernst, beim Falke, Katana (m. Rotax) und bei der Fasci merkst du das schon ziemlich deutlich, dass da Leistung fehlt.
    Und wenn es dann eng wird, nämlich hohes Gras, kurze Bahn, warm, hoch und schwer, kann es gerade auf dieses Quentchen Leistung ankommen.

    NACHTRAG: Carlson hat natürlich Recht: Soo gravierend ist der Leistungsverlust auch nicht. Viel gravierender wäre da schon eine Fehlbedienung des Choke...
  • Was mich etwas wundert ist, wenn man mal vom Rotax ausgeht, also nur bei dem, merkt man Leistungstechnisch recht wenig, ob die Vergaservorwärmung gezogen ist oder nicht
    Gott sei Dank ich bin nicht der einzigste Grobmotoriker. Auch bei Katana und Co. ist meiner Meinung der Leistungsabfall so gering, dass man dies meist nur gering spürt. Er ist zwar vorhanden aber schlecht geflogen, mit der Kugel auserhalb der Mitte, habe ich sicher mehr Performance Einbußen wie bei gezogener Vorwährmung im Rotax.

    Lycoming und Co sind da deutlich anderst, da der Luftdurchsatz viel höher ist wie bei dem kleinen Rotax Motor.

    Dennoch ein Interessantes Thema:  mentale Flugvorbereitung, Checklisten und Stress
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