Ich hatte einen seltsamen Traum.
Ein Mann erschien an einem frühen Morgen an einem Platz, einer sehr großen Wiese nicht unähnlich. Er war seltsam und nicht nach der Sitte unserer Zeit gekleidet. Er trug Beinkleider aus einem groben, blau eingefärbten Stoff, ähnlich dem Stoff der Zelte von Soldaten, darüber eine Jacke aus Leder in hellem grau mit einer leuchtend roten Innenseite.
Er ging zu einer riesigen Halle und begann damit, himmelhohe Tore zur Seite zu schieben. Nie vorher sah ich bewegliche Tore von solchen Dimensionen. In der Halle standen seltsame, vogelähnliche Gebilde. Einen der Vögel nahm er bei seinem doppelten Schnabel und dirigierte ihn ins Freie. Er schien keine Angst vor dem großen Flugwesen zu haben, das sich allerdings auch ausgesprochen ruhig und willig verhielt.
Dann, sie werden es kaum glauben, kletterte er über die Flügel von oben in den Vogel hinein, schloss eine Art fester Haube wie aus Eis, wunderbar durchsichtig und klar, und begann mit allerlei Handgriffen im Inneren des Vogels. Dann setzte sich das, was ich für Schnäbel gehalten hatte, unter großem Lärm in eine drehende Bewegung und der Vogel bewegte sich auf handbreiten, sich drehenden Scheiben, die an seiner Unterseite an langen Beinen aufrecht befestigt waren, davon.
Die Flügel des Vogels waren die ganze Zeit ruhig und elegant zur Seite gestreckt und bewegten sich nicht.
Einiges an Strecke entfernt von mir drehte der Vogel um, der seltsame Lärm schwoll an und das Gebilde mitsamt dem Mann darin wurde schneller und schneller. Kurze Zeit später schwangen sich beide gemeinsam in den Himmel und flogen zielstrebig der Sonne und den Wolken entgegen. Noch immer bewegten sich die Flügel nicht, wenn man von einem leichten Wackeln im aufkommenden Wind einmal absieht. Der Vogel wurde kleiner und kleiner und der Lärm klang langsam ab.
Einige Zeit später sah ich den Mann mit seinem Gefährten zurückkehren. Die klare Haube schwang hoch und auf die gleiche Weise, in der er in das Wesen gekommen war, fand der Mann auch wieder heraus. Beide verstanden sich ganz offensichtlich ohne ein Wort.
Ich konnte die Augen des Mannes sehen. Eine helle Freude war darin zu lesen, gleichzeitig gegenwärtig im hier und jetzt und auch irgendwie entrückt.
Ein Mensch, der sich vogelgleich in den Himmel schwingt, und unbeschadet von diesem wagemutigen, ja tollkühnen Abenteuer zurückkehrt. Ein seltsamer Traum, fürwahr, und ein absurder Gedanke.
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