6. ulForum.de Treffen 21. bis 23. August 2015

Forum - Termine & Events
  • @JiMa: ich danke Dir für diese sehr passenden Worte!!
  • Ich weiß selbst aktuell gar nicht, wie ich je wieder in unseren Flieger steigen soll. Ich bin so traurig und fühle mit denjenigen, die einen geliebten Menschen verloren haben!
    @ Jima:
    Wenn Du fragst, was ich gedacht habe, als ich am Sonntag die nachricht gehört habe: "Nicht noch einer!"

    Danach kam gleich: "Wer war es wohl? Hast Du mit dem am Stamstag noch gesprochen?"

    Wenn ich alle mir bekannten Piloten zusammenzähle, die nicht mehr sind, komme ich auf vier Personen. Bei zwei Unfällen war ich selber zugegen. Zusätzlich haben sich noch zwei weitere in den Rollstuhl geflogen. Wie Du selber am Samstag gesehen hast, bin ich bei meiner Bruchlandung mit dem Schrecken und etwas Kollateralschaden davongekommen. Entsprechend kann ich die Rede von Bruno Gantenbrink also auch unterschreiben.
    --> http://www.dg-flugzeugbau.de/safety-comes-first-d.html

    Generell habe ich inzw. aber eine andere Einstellung als wahscheinlich Viele in meinem Umfeld. Mein Motto nach solchen Tiefschlägen ist: "Jetzt erst Recht!" Also wenn jemand gestorben ist, läßt man nicht alles stehen und liegen sondern beendet die Aufgaben im Sinne des Verstorbenen. Er hat es so gewollt, also machen wir es jetzt auch so. Bei Flugunfällen entsprechend eine Unfalluntersuchung, auf das der gleiche Fehler nicht noch einmal passiert. Dann hat der Tod wenigstens halbwegs einen Sinn gehabt.

    Und was Deine Frage angeht, ob Du je wieder in den Flieger steigen solltest, würde ich gerne meinen ehemaligen britischen Nachbarn zitieren: "Er starb bei dem, was er liebte!" Ich würde entsprechend offensiv mit der Situation umgehen und wahrscheinlich sofort in den Flieger steigen, doppelt so viele Flugstunden hinlegen wie sonst geplant, Start- und Landeübungen machen und mich selber dabei härter beurteilen, als es ein Fluglehrer je machen würde.
  • Jetzt erst Recht!
    "Dann hat der Tod wenigstens halbwegs einen Sinn gehabt".
    Er starb bei dem, was er liebte!
    Ich glaube, es sind genau solche Sätze, die es mit Respekt vor dem Opfer und seiner Hinterbliebenen hier zu unterlassen gilt!*



    Michael

    *) Daran ändern auch die (Dein??) Dislike(s) nichts!!!
    Inweiweit der Tod, abgesehen von seiner biologischen Unumgäglichkeit, überhaupt und zu welchem Zeitpunkt auch immer einen Sinn haben kann, wäre wohl eine höchstphilosophische Diskussion wert, wenn man mal die religiösen Betrachtungsweisen außen vor lässt. Ob das allerdings in ein Luftfahrtforum gehört??
    Und mit Verlaub, dass man auf diese Weise ums Leben kommen kann, wissen wir alle seit Anbeginn der Luftfahrt. Insofern ist in diesem Zusammenhang der Satz, "Dann hat der Tod wenigstens halbwegs einen Sinn gehabt", wenig tröstend, sondern nur ausgesprochen dämlich!!! Was übrigens auch für dieses Emoticon gilt:
  • Das sehe ich nicht ganz so, lieber Michael. Wir haben früher oft mit meinem Fluglehrer und Freund über solche Sachen abends am Flugplatz gesprochen. Wir waren beide der Meinung dass uns diese Art des Gehens irgendwie am meisten liegen würde. So spät wie möglich, sicher. Ihn hat es erwischt vor ein paar Jahren. Bei seiner Bestattung haben seine Frau und Tochter ziemlich genau diese Worte selbst immer wieder gesagt. Sie bestanden sogar darauf dass wir seine Asche aus dem Ul gegenüber unseres Platzes aus dem Ul verstreuten. Sie empfanden es als Trost. Seine Frau mit der ich immer noch in engem Kontakt bin sagt dies auch nach dieser Zeit immer noch gern. Und wir im Club sagten uns auch so etwas wie "Jetzt erst recht weiterfliegen". Zu seinem Gedenken schon. Wir wussten alle dass er es so gewollt hätte. 
    Ich denke es gibt kein allgemeines Trostmittel. Weder für die Hinterbliebenen noch für die Kameraden die den Unfall mit ansehen mussten. Jeder muss mit so etwas auf seine eigene Art fertig werden. 
    Die von cbk eingebrachte liegt auch mir am meisten. 

    Gruss Stephan

    PS: ok das Emicon.... und von mir bekommst Du keine rote Daumen
  • Ok. Wenn man diese Aussagen komprimiert, würde ein Beileidsschreiben dann so aussehen:

    Liebe Hinterbliebene,

    ... ist ums Leben gekommen
    !
    Aber er starb bei dem, was er liebte. Sein Tod hat halbwegs einen Sinn, denn wir werden es nicht so machen.
    Jetzt erst recht!!

    Michael

    Edit 30.08. 19:40
    Es sind nur Zitate!! Nicht etwa meine Aussagen, für die man mich prügeln müsste - ganz im Gegenteil!
    Aber einige von Euch sind eben sehr seltsam: Moniere ich solche dämlichen Äußerungen beim Autor, werde ich abgewatsch ... :-((
    Naja die Neonazis lassen Ihren "Unmut" auch an den falschen aus, statt das Kanzleramt abzufackeln!!!
  • @ ALL

    Marie hatte freundlich um etwas gebeten!
    Lasst uns woanders weiter philosophieren. Danke!

    Carlson
  • Die Frage, wie man mit einem schlimmen Unfallereignis umgeht, kann nicht allgemeingültig beantwortet werden.

    Sie wird ebenso individuell höchst unterschiedlich sein, wie die Menschen  eben individuell höchst unterschiedlich sind.

    Es muss also jeder selber für sich den passenden Weg finden und es verbietet sich, insoweit Kritik üben zu wollen.

    Die Diskussion hierzu ist unpassend.

  • Lieber Fliegerfreunde,
     eine Woche ist es jetzt her, dass ich zu, Flug nach Höxter aufgebrochen bin. Kurz vorher habe ich noch von meinem Freund Andreas die Nachricht erhalten, er komme am Abend auch nach Höxter. Um 17:45  ist er in Höxter angekommen, wir haben unsere Zelte aufgebaut, nette Menschen kennengelernt und einen schönen Abend verbracht. Der Sternenhimmel, der in dieser Nacht über Höxter lag, war phänomenal, ich kann mich nicht erinnern, je einen solche Sternenhimmel gesehen zu haben. Nach dem Frühstück und ein paar Plaudereien haben wir den Rückflug angetreten. Als Nummer 1 rollte ich zum Startpunkt und hob kurze Zeit später ab. Im Funk hörte ich, dass etwas vorgefallen sein musste, habe dies aber nicht auf meinen Freund bezogen. Als ich auf die vereinbarte Frequenz wechselte und auf meinen Anruf vom Andreas keine Antwort erhielt, dämmerte mir langsam, dass ihm etwas zugestoßen sein musste. Über Höxter Info erfuhr ich zwar, dass es sich bei dem Verunglückten um meinen Freund gehandelt hat, weiter Auskünfte konnten sie mir aber nicht erteilen. Da der Platz gesperrt war, konnte ich auch nicht mehr landen. Aus meiner Perspektive konnte ich die Schwere des Unfalls nicht erkennen. Ich der Hoffnung, es könne gut ausgehen, trat ich den Heimflug an. Es waren die schwersten Stunden meiner Fliegerlaufzeit. Zuhause musste ich von seiner Frau erfahren, das Andreas inzwischen verstorben war. Ich hab mich noch am selben Nachmittag mit seiner Frau, seinen Eltern und Schwiegereltern und seinem Bruder getroffen. Wir alle waren wie gelähmt, so tief saß der Schock. Gestern wurde Andreas unter großer Anteilnahme seiner Freunde, seiner Arbeitskollegen und der gesamten Bevölkerung der umliegenden Gemeinden beerdigt.
    Andreas hat vor 10 Jahren seinen Flugschein zuerst als Trikepilot gemacht, später ist er auf Dreiachser umgestiegen. 100 Flugstunden waren es jedes Jahr, manchmal auch mehr. Er hat viele Flugplätze in Deutschland und dem europäischen Ausland angeflogen, von Kempten bis Rügen, von Kikity in Polen bis Ile d′Oleron in Frankrein, von St. Peter-Ording bis Siofok, um nur einige Bespiele zu nennen. Bei vielen dieser Flüge konnte ich ihn begleiten. In unserem Verein, dem Ultraleicht- und Drachenfliegerclub Forst-Sengenthal übernahm er schon nach kurzer Zeit das Amt des 2. Vorstands, kümmerte sich um Vieles, auf ihn war immer Verlass. Mit seiner freundlichen und ruhigen Art gelang es ihm immer, anstehende Problem mit Behörden, Fliegerkammeraden oder Nachbarn zu lösen. Zudem war er als Engineering Manager bei Delphi beruflich sehr erfolgreich und beliebt. Sein größter Schatz waren aber seine Frau Steffi und sein Sohn Max.
    Ich werde in den nächsten Tagen seiner Frau Steffi alle hier geposteten Kondolenzeinträge persönlich übermitteln.

    Andreas, ich und all deine Fliegerkameraden werden dich nicht vergessen. Ruhe in Frieden mein lieber Freund

    Mehr zu Andreas bei kratzair.de
  • Danke, daß Du uns zum dem verunfallten Kameraden ein Gesicht gegeben hast. Jetzt weiß ich um wen wir trauern.
    in stiller Anteilnahme
    hei
  • Das macht Sinn:
    Unsere Anteilnahme der Familie durch einen Freund des Verstorbenen übermitteln zu lassen.

    Ich bin sehr betroffen von der Erkenntnis des Unabwendbaren und der Folgen.
    So empfinde ich tiefes Mitgefühl mit den Hinterbliebenen und wünsche Ihren Kraft und Beistand in diesen schweren Stunden.
    Möge Gott ihnen beistehen, diesen Verlust zu akzeptieren, den ER zugelassen hat, ohne dass wir das Warum jemals verstehen können...

    Werner
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